Bvb schlägt zu: zweitliga-manager book rückt nach kehl-rauswurf nach

Nils-Ole Book wird neuer Sportdirektor von Borussia Dortmund. Der 40-Jährige sagte dem BVB bereits zu, Elversberg muss nun über Ablöse verhandeln.

Warum der bvb ausgerechnet jetzt zugreift

Die Trennung von Sebastian Kehl war Sonntagabend noch warm – da rückt der nächste Mann schon nach. Borussia Dortmund setzt auf Kontinuität statt Umbruch, auf Niederliga-Expertise statt Champions-League-Glanz. Book hat in Elversberg aus dem Durchschnitt einen Aufstiegskandidaten gezimmert, nun soll er den BVB wieder in die Spur bringen. Die Logik: Wer einen Zweitligisten mit Handwerk und Daten in die Spitze führt, kann auch mit größeren Budgets umgehen.

Intern heißt es, Hans-Joachim Watzle und Co. hätten Book schon im Herbst auf dem Zettel, als Kehls Position wankte. Die 0:2-Pleite gegen Mainz war nur der letzte Impuls. Jetzt ziehen die Schwarz-Gelben durch, bevor andere Klubs – etwa der HSV, der ebenfalls auf Direktorensuche ist – Konkurrenz machen.

Was book mitbringt und was ihn erwartet

Was book mitbringt und was ihn erwartet

Seit 2017 ist Book in Elversberg zu Hause, zunächst als Scout, dann als Sportdirektor und seit 2023 als Sportvorstand. Er baute ein Netz von Datenanalysten und Regionalscoutings auf, verpflichtete Leistungsträger wie Fisnik Asllani oder Luca Schnellbacher für kleines Geld. Die Zahlen: 17 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, beste Zweitliga-Offensive, Marktwert fast verdoppelt.

In Dortmund wartet ein anderes Kaliber. 140 Millionen Euro Kaderwert, interne Machtfraktionen, ein Fanblock, der jeden Fehlgriff sofort auf die Tribüne bringt. Book ist BVB-Anhänger seit Kindertagen, das dürfte helfen, doch Sympathie allein reicht nicht. Er muss Sancho-Transfers, Modeste-Pleiten und die Gehaltsstruktur enträtseln, während er parallel zwei Vertrauensleute aus Elversberg mitbringen will – darunter Lizenzspielerchef David Blacha.

Elversberg droht der kollaps mitten im aufstiegsrennen

Elversberg droht der kollaps mitten im aufstiegsrennen

Für den Saarland-Klub kommt der Abgang zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Noch vier Spieltage, Tabellenzweiter, das Erstliga-Ticket greifbar. Sport-Geschäftsführer Magnus Zankl bestätigte „intensive Gespräche“, ein Ersatz ist nicht in Sicht. Die Ablösesumme dürfte im niedrigen siebenstelligen Bereich liegen – für Dortmund ein Scherz, für Elversberg ein Einnahmeplus, das den Abgang ein wenig lindert.

Book selbst sieht den Schritt als „logische Konsequenz aus sieben Jahren erfolgreicher Arbeit“. Er habe in Elversberg „alles gegeben“, nun wolle er „die nächste Stufe“ gehen. Ob er Dortmunds Wunden heilen kann, entscheidet sich spätestens im Sommer, wenn die Transferplanung anläuft und die erste Saisonvorbereitung ansteht. Fakt ist: Der BVB schlägt schneller zu als erwartet – und setzt damit alles auf eine Karte aus der Zweiten Liga.