Bus in flammen: selbstanzünder tötet sechs menschen nahe bern

Kerzers – Ein Autobus, der tagsüber Post und Passagiere befördert, ist am Dienstagabend zur Todesfalle. Gegen 18.30 Uhr schlägt hier, 20 Kilometer westlich von Bern, ein Feuer durch die Reihen. Binnen Sekunden steht der Wagen in einer Feuerwand, sechs Menschen sterben, fünf werden verletzt – darunter auch ein Helfer, der zufällig in der Nähe stand.

Was wir wissen – und was die ermittler verschweigen

Was wir wissen – und was die ermittler verschweigen

Die ersten Bilder zeigen Flammen von drei Metern Höhe und eine Rauchfahne, die sich bis nach Fribourg zieht. Augenzeugen berichten übereinstimmend: Ein Mann habe sich im hinteren Teil des Fahrzeugs Benzin übergossen und sich selbst entzündet. Die Polizei spricht von einem „menschlichen Versagen“, schließt aber vorsichtshalber ein „vorsätzliches Handeln“ nicht aus. Terrorismus sei „derzeit nicht ersichtlich“, so Sprecher Martial Pugin.

Das Opfer, das den Brand auslöste, ist noch nicht identifiziert. Die DNA-Analyse läuft. Ebenso un Verfahren wegen mehrfachen Mordes. Die Obduktion soll klären, ob der Täter unter Alkohol- oder Drogenstand stand – ein Standardverfahren, das hier besondere Brisanz erhält.

Die Verletzten liegen auf Intensivstationen in Bern, Freiburg und Zürich. Drei von ihnen schweben weiter in Lebensgefahr. Das Universitätskrankenhaus Inselspital hat eine Hotline eingerichtet, doch die Anrufer erhalten nur Standardantworten. Die Angst der Angehörigen wächst mit jeder Stunde.

Die Postauto-Linie 60 ist bis auf Weiteres gesperrt. Die Schweizerische Post teilt mit, man prüfe „Sicherheitsanpassungen“ bei gemischt genutzten Fahrzeugen. Eine Sprecherin verweigert Details – zu früh, zu heikel. Doch intern ist man sich laut Insidern einig: Der Vorstoß für Trennwände zwischen Fracht- und Passagierbereich kommt nicht von ungefähr.

Kerzers selbst ist ein 4 500-Seelen-Dorf, sonst nur für seine Spargelernte bekannt. Jetzt steht hier ein schwarzer Fleck auf der Karte. Im Gasthof „Bahnhof“ reden Bauern am Stammtisch von „unglaublichem Pech“. Aber Pech wählt sich selten aus. Wer sich selbst zur Fackel macht, trägt eine Botschaft in sich – und die lautet Gewalt.