Burkardt packt aus: „ein schritt seitwärts“ – eintracht stolpert bei pauli

Null Tore, zwei Pfosten, ein Offensiv-Impuls wie ein kaputter Schalter: Eintracht Frankfurts 0:0 beim FC St. Pauli ist kein Remis, sondern ein Warnschuss. Jonathan Burkardt spricht nach dem Spiel Klartext – und liefert das Zitat, das die Stimmung im Lager der Hessen auf den Punkt bringt.

„Wir haben viel außen rumgespielt“

Die Analyse des Stürmers klingt wie ein Seziervorgang: zu viele Quer-Pässe, zu wenig Durchstoß, keine Flanken mit Zielgenauigkeit. „Das eine oder andere Mal den Moment verpasst“, sagt Burkardt, und man hört das Knirschen zwischen den Sätzen. Die Statistik liefert ihm recht: Kein einziger Schuss on target in der ersten Halbzeit, nur 0,37 erwartete Tore – für eine Mannschaft mit Champions-League-Anspruch eine Bankrotterklärung.

Trainer Albert Riera versucht, die Wunden mit Schweigen zu verbinden. „Perfektion existiert nicht“, sagt er, doch die Stimme wird härter, als er vom „letzten Drittel“ spricht. Dort, im Torraum, verhallt seit Wochen jeder Plan. Gegen Pauli war Frankfurt zwar dominant, aber nicht dominierend – ein Possession-Konstrukt ohne Spitze.

10 Finals, 1 zauberstab – riera zählt runter

10 Finals, 1 zauberstab – riera zählt runter

Die Saison ist längst zur Abklopfserie verkommen. „Zehn Finals“, sagt Riera, und plötzlich klingt die Bundesliga wie ein Pokalwettbewerb. Die nächste Aufgabe: Heimspiel gegen Werder Bremen. Werder, das derzeit auf Europa-League-Kurs düst, wird die Lücken nicht so gnädig wie Pauli auslassen. Burkardt weiß das: „Wir müssen die Chancen-Kreation forcieren, sonst wird es eng.“

Der Blick auf die Tabelle lügt nicht: Platz sieben, nur drei Punkte Vorsprung auf Rang neun. Die Eintracht schwankt zwischen internationalem Traum und Mittelmaß-Realität. Der Zauberstab, mit dem Riera im Winter noch Formationen rotierte, ist stumpf geworden. Statt Tiki-Taka wird jetzt Tiki-Taka-Tod gespielt – viele Pässe, wenig Punch.

Am Millerntor applaudierte schließlich auch Danel Sinani, Paulis Flügelspieler. „Wir hatten die klar besseren Chancen“, sagt er mit dem Grinsen des Überlebenden. Die Hamburger feiern den Punkt wie einen Sieg, Frankfurt reist mit dem Gefühl ab, dass der nächste Schritt wieder seitwärts führen könnte.