Bulega pulverisiert die sbk-konkurrenz: doppel-dreifach-sieg mit start-ziel-diktatur

Nicoló Bulega fährt derzeit mit der Brechstange. In Portimão komplettierte der Ducati-Pilot die perfekte Saisonstart-Sequenz: drei Läufe, drei Siege, drei Mal keine Gegenwehr. Die Zahlen sind brutaler als jeder Showdown – 56 Punkte Vorsprung nach nur zwei Wochenenden.

Superpole-rennen: lehrbuch-kapital lecuona rüttelt nur kurz an der ordnung

Bulega donnerte aus dem Startblock, setzte sofort eine 1:40.4er Runde auf Asphalt und ließ das Feld alt aussehen. Iker Lecuona, eigentlich sein einziger Boxenkollege mit Matchplan, verpatzte den Launch und musste hinter Miguel Oliveira und Alex Lowes aufräumen. Als er den Portugiesen in der vorletzten Runde außen vorbeizog, war Bulega längst hinterm Horizont – 4,3 Sekunden Luft, keine Diskussion.

Xavi Vierge und Álvaro Bautista landeten in Kurve 5 im Kies – Vierge konnte noch zurück, Bautista blieb mit leeren Händen da. Die WM-Hoffnung des fünfmaligen Champions schmilzt bei jedem Trainingstag; 24 Stunden später liegt er 62 Zähler zurück.

Rennen zwei: das protokoll wiederholt sich, nur lauter

Rennen zwei: das protokoll wiederholt sich, nur lauter

Neuer Start, alte Melodie. Bulega weg, Lecuona verspätet. Diesmal jagte der Spanier zwar schneller heran, kam bis auf 0,7 Sekunden heran – und wurde mit einer 1:40.1er Antwortschuld abgefertigt. Ein kleiner Wackler in der Schikane? Bulega schob die Panik beiseite, atmete kurz durch, schraubte wieder 1:40er Zeiten. Der Sieg war ein Formsache, die Tribüne ein einziges portugiesisches Stimmengewitter ohne Happy End.

Lowes versus Oliveira um Platz drei: britische Präzision gegen lusitanische Leidenschaft. Die Mauer aus Alentejo-Flags blieb stehen – Oliveira hielt Platz drei, Lowes büßte Anlauf, Luft und Nerven ein.

Frauen-wm: ramos sticht in der letzten kurve

Frauen-wm: ramos sticht in der letzten kurve

Während Bulega die Uhr schlägt, dreht sich die Dramatik anderswo. María Herrera führte 12 Runden lang das WorldWCR-Feld, doch Paola Ramos setzte zum Out-side-Attack in Kurve 10 an und riss sich die Führung buchstäblich aus dem Gasgriff. Erstmals in der neuen Serie stehen zwei Spanierinnen punktgleich an der Spitze – 45:45, Neila komplettiert das rein iberische Podest.

Neue kategorien: torres lenkt sportbike, masià hält supersport fest im griff

In der frisch geadelten Sportbike-Klasse verwandelte Rob Veneman Start-Ziel-Vorsprung in Punkte. Hinter ihm: Torres, Salvador, Artigas – alle Spanier, alle innerhalb einer Sekunde. In der Gesamtwertung führt Torres mit einem Punkt Vorsprung; ein Mikrokosmos, der zeigt, wie schnell sich Kräfte verschieben.

Supersport bleibt Debise vs. Masià. Der Franzose gewann das Sprintrennen, doch der Katalane sammelte mit Platz zwei genug Zähler, um die Tabellenführung zu behalten. Arenas kletterte aufs Podest, Alcoba folgt auf Rang sieben – das spanische Kartenblatt wird dicker, die Lücke aber bleibt: sechs Punkte trennen Spitze und Verfolger.

Nächster Stopp: TT Circuit Assen. Bulega reist als gläserner Favorit, doch die Uhr tickt auch für seine Verfolger. 56 Punkte Vorsprung klingen nach Sicherheit – in der Moto-Welt bedeutet das nur: größerer Fallhöhe. Die Saison ist zwei Wochen alt, die Langeweile bleibt den Fans erspart.