Buitrago wirft rivalen auf capo mele ab – zweiter saisonsieg für kolumbianer
Santiago Buitrago spielte in Laigueglia Poker am Capo Mele: 1,8 Kilometer Steigung, 12 Prozent, ein Angriff – und alle Karten lagen offen auf dem Tisch. 25 Sekunden später schaute niemand mehr auf das Blatt.
Capo mele wird zur einbahnstraße
Bis zur Colla Micheri hatten Romain Grégoire und Antonio Tiberi noch mitgezogen, doch als Buitrago die Schalthebel nach oben drückte, wurde aus dem Trio ein Solist. Die beiden Verfolger verharrten in der Schattenlinie, während der Kolumbianer von Bahrain Victorious die letzten zwei Kilometer wie einen Zeitfahren fuhr. Grégoire rettete im Zweikampf noch Silber, Tiberi musste sich mit Bronze begnügen.
Hinter dem Podest zeigten die Jungen das Gesicht der neuen Saison: Antonio Morgado, Christian Scaroni und Alex Aranburu kamen gemeinsam mit 44 Sekunden Rückstand – ein Beweis, dass die Power der Next Gen nicht länger nur in Labordaten steckt. Deutsche Lizenzfahrer fanden sich dagegen nur in den Nebenrollen: Paul Fietzke steckte 70 Kilometer in der Ausreißergruppe, wurde aber vom Feld verschluckt. Marco Brenner und Georg Zimmermann stiegen früh ab, Jannis Peter folgte als 41. der Verliererstraße.

Verwaeke bleibt vorreiter ohne lohn
Die Frühoffensive des Belgiers Louis Verwaeke hatte das Rennen lange elektrisiert. Sein Vorsprung schwoll auf über sechs Minuten an, doch die Attacke zerschlug sich am ersten längeren Anstieg. 20 Kilometer vor dem Ziel war auch Verwaeke eingefangen – und Buitrago lancierte den nächsten Angriff. Für den Kolumbianer war es der neunte Profisieg, für die 63. Auflage der Trofeo Laigueglia der zweite Triumph eines Südamerikaners nach Rigoberto Urán 2022.
Vorjahressieger Juan Ayuso fehlte im Aufgebot von Lidl-Trek, ein Titelverteidiger also nur auf dem Papier. Die echte Verteidigung lief am Sonntag über die Ligurischen Hügel – und dort hatte nur ein Mann die richtige Antwort parat: Santiago Buitrago, 68 Kilogramm Lebendgewicht, unbeirrbar auf dem Gipfel des Capo Mele.
