Brustimplantate: regelmäßige kontrollen sind pflicht – neues programm gestartet!
Wer sich für eine Brustvergrößerung oder -rekonstruktion entscheidet, unterschätzt oft die langfristigen Folgen. Silikonimplantate sind keine dauerhaften Lösungen und unterliegen im Laufe der Zeit Veränderungen, die häufig unbemerbleiben. Eine neue Initiative will das ändern und setzt auf eine konsequente Nachsorge.
Warum regelmäßige kontrollen so wichtig sind
In Spanien haben bereits über eine Million Frauen Implantate, jährlich kommen 50.000 bis 70.000 neue Eingriffe hinzu. Dabei ist das Bewusstsein für notwendige Kontrollen alarmierend gering. Viele Frauen wissen schlichtweg nicht, dass eine regelmäßige Überprüfung, idealerweise ab dem fünften Jahr nach der Operation, wissenschaftlich empfohlen wird. Die Veränderungen, die auftreten können, sind oft subtil und zeigen sich nicht in Symptomen. Nur bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder Magnetresonanztomographie können diese Veränderungen aufdecken.
Institución Gournay hat nun ein landesweites Programm zur Brustimplantatenüberwachung ins Leben gerufen. Dieser systematische Ansatz, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, soll die Nachsorge standardisieren, eine frühzeitige Erkennung von Problemen fördern und Patientinnen langfristig begleiten. Das Beste: Das Programm steht allen Frauen offen, unabhängig davon, wo die Operation durchgeführt wurde.
“Die Komplikationen von Brustimplantaten sind in der Regel gut behandelbar, wenn sie frühzeitig erkannt werden“, erklärt Dr. Isabel de Benito von Institución Gournay. “Das Problem ist, dass viele Frauen erst kommen, wenn der Prozess bereits fortgeschritten ist. Kontrollen sind keine Alarmauslösung, sondern Prävention.”
Internationale Leitlinien, beispielsweise von der FDA (2020) und der American Society of Plastic Surgeons (2022), empfehlen eine erste Bildgebung nach fünf bis sechs Jahren und anschließend regelmäßige Kontrollen alle zwei bis drei Jahre. Bei Patientinnen mit erhöhtem Risiko – ältere Implantate, vorherige Revisionen oder spezifische Symptome – kann die Überwachung intensiviert werden.
Achten Sie auf Warnsignale: Schmerzen, tastbare Knoten, Veränderungen in Form oder Härte, Asymmetrien oder Entzündungszeichen sind Anlass für einen sofortigen Arztbesuch.

Mehr als nur eine schönheitsoperation
Die Brustchirurgie ist weltweit eine der am häufigsten durchgeführten Eingriffe. Im Jahr 2023 unterzogen sich rund 1,9 Millionen Frauen diesem Eingriff. Bei korrekter Durchführung und qualifizierter Betreuung sind die Risiken gering. Eine sorgfältige Voruntersuchung durch einen erfahrenen Plastischen Chirurgen, ein qualifiziertes Anästhesieteam und ein optimal ausgestattetes Operationszentrum sind dabei unerlässlich. Es ist wichtig zu verstehen, dass Brustimplantate medizinische Geräte sind, die strengen Kontrollen unterliegen und das CE-Kennzeichen tragen müssen.
Die Angst vor Brustkrebs im Zusammenhang mit Implantaten ist weit verbreitet, aber unbegründet. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für einen erhöhten Krebsrisiko durch Silikonimplantate. Das statistische Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, ist bei Frauen mit und ohne Implantaten gleich.
Auch die Frage nach dem notwendigen Austausch ist ein häufiges Thema. Es gibt keine festen Austauschintervalle. Ein Austausch ist nur dann erforderlich, wenn das Implantat beschädigt ist oder Probleme verursacht. Natürliche Veränderungen wie Schwangerschaften, Gewichtsschwankungen oder hormonelle Veränderungen können die Brustform beeinflussen. Regelmäßige Kontrollen helfen, diese Veränderungen zu beurteilen und gegebenenfalls geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Ein offenes ohr für jede patientin
Das neue Programm von Institución Gournay verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Es zielt nicht auf einen routinemäßigen Austausch von Implantaten ab, sondern auf eine sorgfältige Überwachung und Intervention nur bei klinischer Notwendigkeit. Die Patientinnen werden aktiv in den Prozess einbezogen und erhalten Informationen über mögliche Warnzeichen und den Wert regelmäßiger Kontrollen.
“Viele Frauen gehen davon aus, dass alles in Ordnung ist, solange sie keine Beschwerden haben. Das ist der Fehler, den wir mit diesem Programm korrigieren wollen“, betont Dr. Marc Miralles von Institución Gournay. “Die relevantesten Veränderungen an einem Brustimplantat sind oft still und nur durch bildgebende Verfahren erkennbar. Die Nachsorge ist daher eine medizinische Verantwortung – und eine Investition in die eigene Gesundheit.”
Das Programm wird schrittweise in allen Zentren der Gruppe mit Brustchirurgieaktivitäten im Jahr 2026 eingeführt – ein wichtiger Schritt, um den Standard der Nachsorge in Spanien nachhaltig zu verbessern.
