Brinkmann schickt rostock mit breiter brust nach cottbus – krauß liefert sich alte rechnung
Daniel Brinkmann lässt seinen Bus nicht nach Hause fahren. Nach dem 3:1 in Hannover steuert der Hansa-Coach direkt nach Wolfsburg, checkt seine Mannschaft ins Hotel, lässt die Beine hochlegen. 36 Stunden später geht’s weiter nach Cottbus. Der Plan: Abstand überbrücken, Beine schonen, Tabellenkloß runterschlucken.
Krauß kehrt zurück – und cottbus wird laut
Maximilian Krauß sitzt drei Reihen hinter Brinkmann, Kopfhörer auf, Blick nach vorn. Vor zwölf Monaten noch Energie-Kapitän, heute Rostocks Mittelfeld-Motor. Die Cottbuser Fans haben die Karten für Block G schon vorverkauft, nur um ihm pfeifend zu begrüßen. Krauß gegen Wollitz, das ist kein Duell, das ist eine offene Rechnung. Nach seiner Suspendierung im Vorjahr und dem sofortigen Wechsel zum Konkurrenten nannte der Trainer ihn „charakterlich ungeeignet“. Krauß antwortete mit einem Dreijahresvertrag – und zwei Toren im Hinspiel.
Brinkmann will das Thema klein halten. „Wir spielen nicht Krauß gegen Cottbus, wir spielen Hansa gegen Energie“, sagt er und wischt die Hand durch die Luft. Doch die Zahl 29 auf dem Rücken des Mittelfeldspielers wird am Samstag lauter sein als jedes Stadiongespräch.

Rotation statt reue – rostock nimmt den kampf an
Sechs Punkte liegen zwischen dem Vierten und dem Zweiten, drei Zähler könnten nach 90 Minuten drauf stehen. Brinkmann hat die Zahlen im Kopf, aber er redet nicht über Tabelle, er redet über Frische. „Wir führen keine Nebenkriegsschauplätze auf“, sagt er, „wir führen Gespräche mit den Waden.“
Die Spieler werden sich melden müssen, wie die Muskeln sprechen. Nach zwei Siegen in fünf Tagen wird rotiert, klar. Doch der Kader ist intakt, niemand fehlt, niemand mauert. Brinkmanns Boss-Move: statt Heimreise direkt ins Auswärtshotel, statt Regeneration daheim lieber fremde Betten. Ein Trick, den er sich in seiner Zeit als Co-Trainer in Fürth abgeguckt hat.
In Cottbus wartet ein Rasen, der in dieser Saison schon elf Gegentore verschluckt hat. Rostock hat in den letzten beiden Partien sechs geschossen. Die Formkurve zeigt nach oben, die Stimmung im Bus auch. Wenn der Pfiff ertönt, zählt nur noch eins: Wer zuerst die Breitseite findet, findet auch den Aufstiegsplatz.
Brinkmann steht auf, geht durch den Gang, klopft Krauß auf die Schulter. Kein Satz fällt, nur ein Nicken. Die Rechnung wird am Samstag beglichen – mit oder ohne Handschlag.
