Bremerhavens play-off-trauma: 0:4 nach zehn minuten – die pinguins stürzen ab

Die Fischtown Pinguins wachten in Mannheim in einem Albtraum auf, aus dem es kein Erwachen gab. Nach exakt 600 Sekunden stand es 0:4, die Serie steht 0:2 – und die Schlittschuhe der Bremerhavener zittern bereits auf dem Eis der SAP Arena.

Das 1:5 liest sich wie ein schreibsperren-protokoll

Die erste Scheibe, die ins Netz flog, traf noch vor dem ersten Verdauungsgrummeln der Zuschauer. Die vierte schlug ein, als die Anzeigetafel noch keine zehn Minuten anzeigte. Dazwischen: zwei weitere Treffer, ein verschossener Penalty, ein kaputter Puck, ein kaputter Plan. Die Pinguins wirkten wie ein Team, das vergaß, dass Play-off-Eis kein Trainingseis ist. Torhüter Maximilian Franzreb war nach dem 0:3 ausgewechselt, aber selbst Mathias Niederberger fischte nur noch symbolisch – 13 Schüsse, 4 Gegentore, 1 verletzter Stolz.

Die Statistik lügt nicht: Bremerhaven kassierte in zwei Spielen neun Gegentore, erzielte zwei Treffer – beide in Unterzahl. Das Powerplay? Null Prozent. Die Moral? Im Keller. Dabei hatte Trainer Thomas Popiesch noch vor dem Face-off gewarnt: „Wer in Mannheim schläft, wird geweckt – und zwar von der roten Lampe.“ Die Lampe leuchtete, bis sie glühte.

Die schiedsrichter-frage bleibt offen – die serie auch

Die schiedsrichter-frage bleibt offen – die serie auch

Schon nach Spiel eins hatten die Pinguins das Schwarze unter den Augen, weil sie sich „geschädigt“ fühlten. Nun droht das Schwarze unter den Nägeln: Sollte am Dienstag in Bremerhaven erneut die Klinge des Adler-Offensivs zuschlagen, ist die Saison vorbei, bevor sie im eigenen Stadion richtig begann. Die Quadratur des Play-off-Kreises: Auswärts verloren, Heimspiel unter Zugzwang, Best-of-Seven wird zur Best-of-Desperation.

Doch es gibt eine Zahl, die Hoffnung macht – oder zumindest die eigene Blöße relativiert: In 82 Prozent der Serie, in der das Team nach zwei Spielen in Führung lag, ging der Favorat auch durch. Die Pinguins müssen also Geschichte schreiben, um nicht Geschichte zu sein. Das Problem: Geschichten beginnen selten mit einem 0:4 nach zehn Minuten.

Die Uhr tickt. Das Eis schmilzt. Die Koffer stehen bereit – entweder für die Reise nach Spiel drei oder für die Reise in den Urlaub. Und in Mannheim flimmert noch immer das 5:1 auf der Anzeigetafel, ein Scoreboard, das wie ein Grabstein wirkt: Hier starb Bremerhavens Play-off-Traum – vorerst.