Braunschweig kämpft um bbl-zukunft: wildcard-poker beginnt!
Ein Schock für den Basketball in Braunschweig: Die Löwen sind sportlich aus der Easycredit Basketball Bundesliga abgestiegen. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt – und in diesem Fall könnte sie in Form einer Wildcard Gestalt annehmen. Der Verein hat eine Chance, auch in der kommenden Saison in der ersten Liga zu spielen, ein Szenario, das kaum jemand für möglich gehalten hätte.
Die lizenzhürde und der kirchheimer coup
Die sportliche Misere der Braunschweiger wird dadurch verkompliziert, dass sich der Zweitligist Kirchheim durch den Einzug ins ProA-Finale zwar für den Aufstieg qualifiziert hat. Allerdings beantragte der Klub keine BBL-Lizenz, da er die notwendigen Mindestanforderungen nicht erfüllt. Das bedeutet: Die Liga muss eine Lösung finden, um mit 18 Teams zu agieren. Die BBL-Gesellschafterversammlung hat nun offiziell eine Wildcard für die nächste Spielzeit ausgeschrieben, verbunden mit einer Gebühr von 800.000 Euro.
Die Löwen haben dabei als Vorletzter der vergangenen Saison Vorrecht gegenüber dem Absteiger MLP Academics Heidelberg. Geschäftsführer Nils Mittmann betont zwar, dass der sportliche Abstieg eine große Enttäuschung bleibt, sieht aber gleichzeitig die Chance, Teil der BBL zu bleiben. “Der Erhalt des BBL-Spielrechts ist für den Basketballstandort Braunschweig von großer Bedeutung,” so Mittmann.

Die deadline und die finanziellen herausforderungen
Die Braunschweiger – und potenzielle andere Interessenten – haben nun zehn Werktage Zeit, ihre Bewerbung einzureichen und nachzuweisen, dass sie die Summe aufbringen können. Die 800.000 Euro sind dabei nur die Spitze des Eisbergs. Mittmann warnt: “Der Erwerb einer Wildcard ist mit erheblichen wirtschaftlichen Anforderungen verbunden und kein Selbstläufer.” Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass Klubs, die auf diese Weise in der Liga blieben, in der Folge mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten – Crailsheim, Gießen und Frankfurt sind mahnende Beispiele.
Es ist kein Geheimnis, dass der ursprünglich geplante Etat von 6,68 Millionen Euro auch in der zweiten Liga hätte eingehalten werden sollen. Die Wildcard-Gebühr stellt nun eine zusätzliche Belastung dar. Hauptgesellschafter Dennis Schröder, der gerade die neue deutsche Sommer-Liga „The LGCY Series“ ins Leben gerufen hat, soll sich persönlich einbringen, um zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen. “Wir wollen ein größeres Event mit Reichweite veranstalten und damit zusätzlich Geld generieren,” erklärt Mittmann.
Ob die Löwen Braunschweig den finanziellen Kraftakt stemmen und die Wildcard-Herausforderung meistern, bleibt abzuwarten. Doch eines ist sicher: Der Kampf um die Zukunft des Basketballs in Braunschweig hat gerade erst begonnen – und die Uhr tickt.
