Braunschweig: dunk zerstört uhr – löwen stürzen ab!
Der Traum vom Klassenerhalt
in der Basketball-Bundesliga ist für die Löwen Braunschweig geplatzt. Nicht nur sportlich, sondern auch buchstäblich – als der spektakuläre Dunk von Oluwasimisola Shittu eine der Hallenuhren in Stücke riss, wurde das Aus für das Team endgültig besiegelt. Ein Niedersachsen-Derby in Oldenburg, das eigentlich bedeutungslos war, entwickelte sich zu einem denkwürdigen Spektakel der besonderen Art.
Die uhr ging für braunschweig nicht weiter
Die Situation war klar: Bereits am Vortag hatte Jena gegen Heidelberg gewonnen und damit den sicheren Verbleib in der Liga gefeiert. Für Braunschweig und Heidelberg bedeutete dies den Abstieg in die zweite Liga – nach 32 Jahren im Oberhaus. Doch die Löwen, die theoretisch noch Chancen auf die Play-Ins hatten, gaben sich in Oldenburg keineswegs auf. Im zweiten Viertel, bei Spielstand 23:18 für die Gastgeber, sorgte Shittu dann für einen Moment, der in die Basketballgeschichte eingehen wird.
Bryant Crawford spielte den Center herrlich am Korb an, Shittu nahm den Pass und versenkte den Ball mit einem gewaltigen Dunk. Doch die Wucht des Korbs hatte eine unerwartete Folge: Der darüber liegende Würfel, der die Spielzeit und die 24-Sekunden-Shotclock anzeigte, zerbrach in tausend Stücke. „Der Würfel-Dunk“, wie Dyn-Kommentator Arne Malsch spontan nannte, brachte nicht nur den Ball, sondern auch die Zeit zum Stillstand.
Schiedsrichter Robert Lottermoser unterbrach die Partie, während Mechaniker verzweifelt versuchten, die Uhr wieder zum Laufen zu bringen. Vergeblich. Eine neue Uhr musste her. Der Hallen-DJ nutzte die Zwangspause für einen humorvollen Moment und spielte den Klassiker „Wer hat an der Uhr gedreht?“ über die Lautsprecher. Die 6300 Zuschauer in der EWE Arena nahmen die ungewöhnliche Situation mit Humor zur Kenntnis. Insgesamt 13 Minuten und 40 Sekunden dauerte die Unterbrechung – eine Zeitspanne, wie Malsch anmerkte, „die wir in den letzten 28 Jahren hier auch noch nicht erlebt haben, dass hier mal ein Würfel gedunkt wurde.“
Obwohl das Spiel nach der Wiederaufnahme mit provisorischen Uhren fortgesetzt wurde, blieb die TV-Übertragung bei 9:42 Minuten und 24 Sekunden auf der Shotclock hängen, da die Streaming-Bilder offenbar an die defekte Uhr gekoppelt waren. Braunschweig kam von der Pause erholt zurück und ging kurzzeitig in Führung. Doch am Ende konnten sich die Oldenburger Baskets mit 18 Punkten von Brian Fobbs und 20 Punkten von Oluwasimisola Shittu durchsetzen. Die Führung wechselte 17 Mal im Laufe des Spiels, bevor zwei schnelle Dreier von Fobbs den Sieg für die Gastgeber besiegelten.
Die Löwen Braunschweig müssen sich nun der Tatsache stellen, dass sie nach 32 Jahren in der Basketball-Bundesliga den Weg in die zweite Liga antreten werden. Ein bitteres Ende einer Ära, das durch einen spektakulären, aber letztendlich schicksalhaften Dunk noch einmal in den Fokus rückte. Die kaputte Uhr mag die Zeit stillstehen lassen, doch die Erinnerung an diesen Abend wird den Fans der Löwen Braunschweig noch lange in Erinnerung bleiben – als der Moment, als das Licht ausging.
