Bram geers: englische kommandos statt deutscher drill – der neue dfb-athletik-guru
Plötzlich klingt die Nationalmannschaft wie ein Premier-League-Club. Bram Geers, 32, Flamand, zischen seine englischen Anweisungen über die Trainingsplätze in Herzogenaurach – und keiner der DFB-Stars versteht ihn sofort, aber alle rennen schneller.
Warum julian nagelsmann plötzlich belgische physios engagiert
Die Antwort liegt in den GPS-Daten. Geers kommt von Excel Mouscron, dort hatte er Jugendspieler binnen zwölf Wochen 0,8 Sekunden auf 30 Meter schneller gemacht. Das DFB-Leistungszentrum nahm diese Zahlen zur Kenntnis und schickte einen Notruf. Nach der EM-Pleite war klar: Die deutschen Läufer laufen zu viel, aber zu langsam.
Geers’ Methode? Keine deutsche Disziplin, sondern belgische Präzision. Er lässt Leon Goretzka & Co. auf „reactive agility pods“ hüpfen – kleine Leuchtfelder, die zufällig aufleuchten. Die Spieler springen, ohne zu wissen, wohin. Das Gehirn lernt, Impulse um 17 Millisekunden schneller umzusetzen. Das entspricht fast einem Meter Vorsprung im Sprint.
Der Clou: Geers spricht kein Deutsch. Er schreit „reset, reload, explode“, und die Stars folgen. Joshua Kimmich sagt lachend: „Ich habe drei Tage gebraucht, um zu kapieren, dass ‚reload‘ kein neues Kraftgetränk ist.“

Die belastung steigt – und das ist gut so
In der vorherigen Staffel maßen die Sportwissenschaftler 2,3 verletzungsbedingte Ausfälle pro Spieler und Saison. Geers zielt auf 1,2. Kein Wunschkonzert, sondern harte Physik: Wer seine Hüftbeuger 90 Grad nicht locker strecken kann, darf nicht trainieren. Kai Havertz musste die erste Woche mit der „Mobility Crew“ auf dem Spinningrad verbringen – statt mit Ball. Keine Strafe, sondern Prävention.
Die belgische Revolution kommt mit Excel-Tabellen. Jeder Spieler erhält einen „load score“, der sich aus Schlaf, Herzfrequenzvarianz und Sprintanzahl errechnet. Liegt der Wert über 85, darf der Profi nicht regenerieren, sondern muss zusätzlich ins Eisbad. Thomas Müller nennt das „Kühlschrank light“, weil die Temperatur nur auf elf Grad sinkt – aber eben doch sinkt.
Die FIFA hat Geers’ Daten bereits angefragt. Für die WM 2026 will der Weltverband die belgische Software weltweit einführen. Geers selbst bleibt gelassen: „Sprache ist nur Lärm. Zahlen liegen nie.“
