Br volleys fliegen in piacenza raus – europacup-traum zerplatzt
Die Berlin Recycling Volleys flogen nicht nur aus dem CEV-Cup, sie stürzten ab. 0:3 in Piacenza, 0:6 in beiden Spielen – das Viertelfinale wurde zur Demontage. Die Serie deutscher Auswärtspleiten in Italien setzt sich fort, der Traum vom zweiten internationalen Titel ist Geschichte.
Das comeback, das keines wurde
Alexandre Leal hatte auf den Zahnarztmodus gesetzt: schmerzhaft, aber notwendig. Ohne seinen verletzten Libero und mit zwei Außenangreifern auf körperlichem Reservebetrieb versuchte er, das Tempo zu verlangsamen und Piacenzas Mittelblock mit zweiten Bällen zu umgeilen. Funktionierte 20 Minuten. Dann kam der italienische Serve-Hagel, drei Asse in Serie, und der Satz ging 21:25 den Bach runter.
Der zweite Durchgang war eine Achterbahn, in der Berlin kurz vor dem Looping stand. 23:21 – zwei Satzbälle. Was folgte, war keine Taktik, sondern reine Nervosität: ein Zuspiel ins Netz, ein Fehlgriff am Außennetz, 27:29. Die Luft raus, die Köpfe unten. Im dritten Satz war nichts mehr zu retten: 18:25, Applaus nur noch aus dem Block der mitgereisten 42 Berliner Fans.

Was das aus bedeutet
Mit dem Ausscheiden verliert die Hauptstadt nicht nur ein Prestigeprojekt, sondern auch rund 200.000 Euro Preisgeld. Das war eingeplant für die Gehaltsobergrenze der nächsten Saison. Jetzt muss Manager Kaweh Niroomand umschichten oder verkaufen. Die Konkurrenz aus Lünebold freut sich: Die SVG steht als letztes deutsches Team im Halbfinale und kassiert mindestens 75.000 Euro plus Sponsorenprämien.
Am Samstag geht’s gegen Königs Wusterhausen in die Bundesliga. Platz eins ist gesichert, aber die Stimmung im Block wird kratzen. Wer die letzten beiden Spiele verliert, reist mit Rückenwind in die Play-offs – und genau dort haben die Volleys in den vergangenen Jahren stets gezittert. Trainer Leal muss also seine Rotation finden, bevor die Rotation ihn findet.
