Boza maljkovic bricht in tränen aus: 25 jahre nach dem korac-coup erobert málaga sein herz zurück
Das Martín Carpena bebte nicht nur am Sonntag – es weinte. Als Pablo López vor dem Tip-off zwischen Unicaja und Valencia zum Klavier trat und die Hymne des Klubs zum ersten Mal seit ihrer Geburt 2013 live spielte, rissen bei vielen Fans die Dämme. Doch der eigentliche Tsunami folgte in der Pause: die Korac-Helden von 2001 marschierten ein, und mit ihnen ein Trainer, der sich selbst als „Malagueño“ bezeichnet: Boza Maljkovic.
Ein pokal, eine stadt, ein leben
Der serbische Strateg erhielt das Goldene Abzeichen der Vereinslegende – höhere Auszeichnung gibt es nicht. Was danach geschah, war kein Dankeswort, sondern ein Liebesbrief. 48 Stunden später veröffentlichte Unicaja einen handgeschriebenen Text, der aus Belgrad nach Málaga flog und direkt ins Zentrum der Andalusier traf.
„Ich habe Euroligen gewonnen, in den Tempeln Europas gecoacht – aber kein Publikum ist wie ihr“, schreibt Maljkovic. „Als ich 1999 hier landete, hatte ich einen Auftrag. Ich fand eine Familie.“ Der 78-Jährige zählt namentlich jeden Spieler auf: Mous Sonko, Kenny Miller, Carlos Cabezas, Berni Rodríguez – sie alle standen Sonntag neben ihm, als 10.000 Menschen sie minutenlang feierten.

Die nacht, in der málaga den balkan spürte
2001 holte Unicaja den Korac-Cup, den ersten Titel eines spanischen Klubs außerhalb der ACB-Spitze. Maljkovic erinnert sich an den Präsidenten Ángel Fernández Noriega, der ihm „Vision und Mut“ schenkte. „Ohne ihn gäbe es den Pokal nicht“, schreibt er – und dankt dem aktuellen Boss Antonio Jesús López Nieto, „der die Flamme am Brennen hält“.
Die Worte wirken nicht gespielt. Sie klingen, als hätte der Coach sein ganzes Leben auf diesen Moment hingeschrieben. „Ich lebe in Belgrad, aber mein Herz ist an der Costa del Sol geblieben. Ihr habt mir ein Geschenk gemacht, das ich nicht verdient habe – aber das ich mit jeder Faser annehme.“
Am Ende prophezeit er: „Die nächsten 25 Jahre werden noch größer.“ Keine Ankündigung, sondern eine Drohung an den Rest Europas. Denn wer einmal Málaga erlebt hat, weiß: Hier spielt der Ball nicht nur auf dem Parkett – er pulsiert in der Stadt. Und jetzt auch wieder im Herzen von Boza Maljkovic.
