Bournemouth: iraola schreibt premier-league-geschichte – und plant seinen abschied!

Andoni Iraola hat Bournemouth in eine Sensation verwandelt. Der Spanier, der im Sommer das Ruder an Marco Rose übergeben wird, hat die 'Cherries' zu einer beispiellosen Erfolgsserie geführt und das Team in den Kampf um die europäischen Plätze katapultiert. Ein 'State of Flow', wie man ihn selten sieht.

Ein rekordlauf ohnegleichen

Seit dem 3. Januar, einem 2:3 gegen Arsenal, ist Bournemouth seit 16 Spielen ungeschlagen – acht Siege und acht Unentschieden. Das ist nicht nur die beste Serie der Vereinsgeschichte in der Premier League, sondern katapultiert das Team auf den siebten Platz. Mit 55 Punkten sind sie nur noch einen Zähler hinter dem Wert der Vorsaison, ebenfalls unter Iraolas Führung. Die Frage ist nicht, ob, sondern wann Bournemouth den historischen Rekord knacken wird.

Aber es geht um mehr als nur Statistiken. Iraola hat eine Mannschaft geformt, die nicht nur punktet, sondern auch begeistert. Die Atmosphäre im Dean Court ist elektrisierend, und die Fans träumen von Europa – zum ersten Mal in den 127-jährigen Vereinsgeschichte. Aktuell rangiert Bournemouth auf dem sechsten Platz, zwei Punkte vor Brighton (Conference League), vier vor Brentford und sechs vor Chelsea und Everton.

Die champions-league-fantasie: ein geschenk des himmels

Die champions-league-fantasie: ein geschenk des himmels

Und dann ist da noch die unwahrscheinliche, aber nicht unvorstellbare Möglichkeit, die Champions League zu erreichen. Sollte Villa am Ende Fünfter werden und gleichzeitig die Europa League gewinnen, könnte Bournemouth als Sechster in die Königsklasse einziehen. Ein Szenario, das selbst eingefleischte Fans noch vor wenigen Monaten für unmöglich gehalten hätten.

Was niemand so recht glauben kann: Iraola hat es geschafft, ein Team zu formen, das trotz massiver Abgänge in der Winterpause und im Sommer noch immer um die europäischen Ränge kämpft. Der Verlust von Kepa im Tor, Dango Ouattara für 42,8 Millionen Euro, sowie die Abgabe von Zabarnyi (63 Millionen), Huijsen (62,5 Millionen) und Kerkez (46,9 Millionen) – insgesamt 172,4 Millionen Euro! Hinzu kommt der Transfer von Antoine Semenyo zum FC City für unglaubliche 72 Millionen Euro. Ein Kader-Aderlass, der in den meisten Fällen den Abstieg bedeutet hätte.

“Die neuen Spieler haben sich blitzschnell integriert, und die erfahrenen wissen genau, was wir in jedem Spiel brauchen. Wir kennen uns gut”, erklärt Iraola, der selbst vom Athletic Bilbao kam. Seine Fähigkeit, aus scheinbar begrenzten Mitteln das Maximum herauszuholen, ist schlichtweg beeindruckend.

Ein abschied mit stil

Ein abschied mit stil

Iraola selbst scheint sich mit seiner Entscheidung, Bournemouth zu verlassen, abgefunden zu haben. “Ich bin sehr konzentriert auf die letzten zwei Spiele. Es ist wichtig für mich, persönlich, diese drei wunderbaren Jahre auf die bestmögliche Art zu beenden. Wir haben einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht, aber wir müssen noch mehr Punkte holen”, sagte er nach dem 0:1-Sieg gegen Fulham. Ein Abschied mit Stil, der dem Verein und seinen Fans in Erinnerung bleiben wird.

Die Gerüchte über seine Zukunft sind bereits im Umlauf: Manchester United, Chelsea, Crystal Palace und sogar Liverpool werden mit ihm in Verbindung gebracht. Tony Cascarino, ehemaliger irischer Nationalspieler, warf einen zynischen Blick auf die Situation: “Vermutlich hat ihm jemand etwas Besseres angeboten. Es ist wie bei Spielern: Wenn du für einen Verein wie Bournemouth großartig spielst, wie es Semenyo getan hat, dann kommen die ‘Raubvögel’ und holen dich zu den größeren Klubs.”

Iraola selbst lässt sich jedoch nicht in die Karten schauen. “Ich habe keine Eile, Entscheidungen zu treffen. Wir werden Zeit haben”, betont er. Eines ist jedoch sicher: Ob Bournemouth die Champions League erreicht oder nicht, Andoni Iraola ist ein Top-Trainer – und der Premier League wird er noch lange fehlen.