Borussia mönchengladbach: schröder fordert umbruch – polanski schimpft über "liebe" spieler

Dramatische Szenen und klare Ansagen prägten die Mitgliederversammlung von Borussia Mönchengladbach. Nach einer emotionalen Debatte zeichnete der neue Sportchef, Rouven Schröder, die Weichen für die Zukunft, während Trainer Eugen Polanski seine Unzufriedenheit mit der Mannschaftsleistung öffentlich machte. Ein "Scheißjahr", wie es Präsident Rainer Bonhof mit Tränen in den Augen beschrieb, soll nun ein Neuanfang einläuten.

Schröders diagnose: "wir sind noch nicht in der liga"

Vor 1623 Mitgliedern präsentierte Schröder eine ehrliche Bestandsaufnahme. Die Borussia sei noch nicht in der Liga angekommen, es fehle der letzte Biss. Das Spitzenspiel gegen den BVB am Sonntag (17:30 Uhr) bietet die Chance, den Klassenerhalt zu sichern und den Verein vorübergehend von der Abwärtsspirale zu befreien. Doch Schröder ließ keinen Zweifel daran, dass dies nur ein erster Schritt wäre. „Sonst wird alles so bleiben, wie es war“, warnte er eindrücklich.

Die Neuausrichtung des Kaders im Sommer wird dabei entscheidend sein. Schröder forderte ein „richtig gutes Fenster“ für Transfers. Allerdings erschweren die Weltmeisterschaft und die angespannte wirtschaftliche Lage die Planungen. „Wir müssen die Kaderkosten senken, ohne dabei die Qualität zu beeinträchtigen“, so Schröder. Ein Balanceakt, der ihm und dem gesamten Verein vorsteht.

Polanski: "wir brauchen ein paar arschlöcher in der mannschaft"

Polanski: "wir brauchen ein paar arschlöcher in der mannschaft"

Auch Trainer Eugen Polanski nutzte die Versammlung, um seine Sicht der Dinge darzulegen. Er gestand, dass die bisherige Saison nicht seinen Ansprüchen entsprach, betonte aber gleichzeitig seine Entschlossenheit, den Klassenerhalt zu sichern. Seine Worte waren scharf: „Wir haben sehr liebe Spieler. Wir brauchen aber auch ein paar Arschlöcher in der Mannschaft“, forderte er und machte deutlich, dass ihm in der Mannschaft teilweise zu viel Gemütlichkeit anzutreffen sei. Ein hungrigerer, entschlossenere Teamgeist sei für die kommende Saison unerlässlich.

Polanski kündigte an, dass er nach dem Klassenerhalt mit Tatendrang Veränderungen vornehmen werde. „Für mich war und ist in dieser Saison wichtig, dass wir in der Liga bleiben. Dann bin ich voller Tatendrang, gewisse Sachen zu ändern“, so der Coach.

Bonhofs emotionale abrechnung: "ein scheißjahr"

Bonhofs emotionale abrechnung: "ein scheißjahr"

Präsident Rainer Bonhof zeigte sich sichtlich bewegt von der Situation. Sein Rückblick auf das vergangene Jahr war von Enttäuschung geprägt. Tränen stiegen ihm in die Augen, als er das Derby gegen Köln erwähnte, in dem die Borussia eine Führung noch aus der Hand gegeben hatte. „Das geht auch am Präsidenten nicht vorbei“, gestand er. Doch er rief seine Fans auf, den Verein weiterhin zu unterstützen: „Für die lohnt es sich, nicht abzusteigen.“

Die Mitgliederversammlung offenbarte somit eine Borussia Mönchengladbach in einer schwierigen Lage, doch mit dem Willen, sich zu wandeln und den Weg zurück in ruhigere Fahrwasser zu finden. Ob Schröder und Polanski die notwendigen Veränderungen bewirken können, wird die Zukunft zeigen. Die Taten müssen nun folgen, denn die Worte waren klar und deutlich.