Borg: sinner der favorit – djokovic bleibt die gefahr!

Wimbledon steht vor der Tür, und die Meinungen gehen auseinander. Der schwedische Tennis-Titan Björn Borg, der selbst fünf Titel auf dem heiligen Rasen gewann, hat eine klare Ansage gemacht: Jannik Sinner sei der Top-Favorit. Doch er warnt vor Novak Djokovic, den er weiterhin als den stärksten Spieler aller Zeiten betrachtet.

Die ära borg: ein tennisrevolutionärer wandel

Borgs Einfluss auf den Tennissport ist unbestritten. Er veränderte nicht nur die technische Ausrichtung, mit seinem prägenden Zweihändigen-Rückhandspiel, sondern auch die Wahrnehmung des Sports. Ilie Nastase, nach seiner Niederlage 1976, soll gesagt haben: „Schickt ihn auf einen anderen Planeten, wir spielen Tennis, er etwas anderes.“ Borg wurde zur Ikone, Teil eines vermeintlichen schwedischen Renaissance der 70er Jahre, neben ABBA und Ingemar Stenmark.

Seine Strategie, den Höhepunkt der Form auf Roland Garros zu erreichen und sich dann auf Wimbledon zu konzentrieren, war ungewöhnlich. „Ich war in Paris am stärksten, danach gab es nur zwei Wochen zur Erholung. Mental war ich danach oft sehr erschöpft. Deshalb musste ich eine Pause einlegen. Das Risiko, in Wimbledon früh auszuscheiden, war zwar hoch, aber nach den ersten Runden passte ich mich dem Rasen an und fand neue Kraft.“

Sinner im schatten von borg und mcenroe?

Sinner im schatten von borg und mcenroe?

Die Rivalität zwischen Borg und John McEnroe, insbesondere das legendäre Finale von 1980 mit dem berühmtesten Tie-Break aller Zeiten, prägte eine Generation. Borg erinnert sich: „Zum Glück habe ich gewonnen! Unsere Rivalität brachte den Tennis in eine andere Dimension. Das Match trug viel dazu bei, dass unsere Karrieren noch strahlender wurden. Wir hatten unterschiedliche Stile und Persönlichkeiten. Die Fans schienen sich fast gezwungen zu fühlen, Partei zu ergreifen, und so wurde der Tennis global populär.“

Heute sieht Borg in Jannik Sinner den klaren Favoriten für Wimbledon, auch wenn das Ergebnis in Paris Fragen aufwarf. „Jannik ist ein großartiger Champion, die Nummer eins der Welt. Er hat seine Qualitäten auf Rasen bereits bewiesen. Was in Paris passiert ist, ist zweitrangig. Er ist mein Favorit, vor allem, weil Alcaraz fehlt.“

Die nächste generation: sinner gegen alcaraz – ein neues kapitel?

Die nächste generation: sinner gegen alcaraz – ein neues kapitel?

Borg vergleicht die Rivalität zwischen Sinner und Alcaraz mit den Duellen seiner eigenen Zeit: „Nach dem Rücktritt von Federer und Nadal fragte man sich, was mit dem Tennis geschehen würde. Diese beiden jungen Spieler haben gezeigt, dass das Tennis noch lange nicht tot ist. Ihre Rivalität erinnert an die Zeiten von Federer und Nadal und ist das Salz in der Suppe des Sports.“

Er stimmt mit seinem Landsmann Mats Wilander überein, dass Sinner eine Inspiration für den gesamten schwedischen Tennisnachwuchs ist. „Ein Champion wie Jannik ist ein Ansporn für alle. Aber man braucht auch die richtigen Strukturen, um das Interesse zu fördern. Ich bewundere Italien dafür, dass es neben Sinner so viele talentierte Spieler hervorbringt, die auf allen Belägen konkurrenzfähig sind.“

Djokovic: der unberechenbare faktor

Djokovic: der unberechenbare faktor

Obwohl Djokovic mit 39 Jahren nicht mehr der Jüngste ist, schätzt Borg ihn weiterhin als ernstzunehmende Gefahr ein. „Novak ist der größte Spieler aller Zeiten, auch wenn Nadals 14 French Open eine unglaubliche Leistung sind. Aber Novak hat immer noch eine außergewöhnliche Motivation, die ihn antreibt, und solange er das hat, wird er ein harter Gegner sein, besonders auf Rasen, die er wie sein Zuhause betrachtet.“

Mehr als nur ein spiel: borgs vermächtnis und die zukunft des tennis

Mehr als nur ein spiel: borgs vermächtnis und die zukunft des tennis

Borg erinnert sich mit einem Lächeln an seine Zusammenarbeit mit Fila, die ihm einen einzigartigen Stil verlieh. „Ich war in Philadelphia, es war 1973 oder 1974. Ich sah Panatta und Bertolucci mit ihren wunderschönen Anzügen von Fila und war begeistert. Ich wollte auch so elegant aussehen.“

Die Tenniswelt ist komplexer geworden, mit mehr Spielen und neuen Ansprüchen der Spieler. Borg plädiert für einen besseren Ausgleich zwischen Training und Wettkampf: „Die Spieler haben zu wenig Zeit zur Vorbereitung zwischen den Saisons. Ein Neustart im November wäre ideal.“

Björn Borg hat den Tennissport geprägt wie kaum ein anderer. Seine ruhige Stärke, sein präzises Spiel und sein ikonischer Stil haben Generationen von Spielern und Fans inspiriert. Und auch wenn er heute nicht mehr auf dem Platz steht, bleibt sein Vermächtnis lebendig – ein Beweis für die Kraft eines Champions.