Bomben über dem golf: mancini vs. inzaghi abgesagt, formel 1 zittert
- Der gescheiterte klassiker: mancini und inzaghi bleiben im hangar
- Irans wm-teilnahme steht auf dem prüfstand
- Flucht über 2.000 kilometer: el haddadi und die odyssee per bus
- Formel 1 fliegt umweg – bahrain und saudi-arabien wackeln
- Volleyball und basketball: italiener in dubai gestrandet
- Was passiert als nächstes?
Der erste Schlag war militärisch, der zweite trifft den Sport. Nach dem US-Israel-Angriff auf Iran schlägt Teheran zurück – und setzt damit Asien-Pokal, WM-Teilnahme und Formel-1-Kalender unter Beschuss. Das italienische Top-Duell Mancini gegen Inzaghi fällt aus, iranische Profis flüchten per Bus in die Türkei, und die Formel 1 plant bereits Krisen-Charter nach Bahrain und Saudi-Arabien.
Der gescheiterte klassiker: mancini und inzaghi bleiben im hangar
Al-Sadd gegen Al-Hilal – das Viertelfinal-Hinspiel der AFC Champions League West war mehr als ein K.o.-Duell. Es war das Prestigeprojekt zweier italienischer Trainer, die sich seit ihrer Inter-Zeit nicht grün sind. Roberto Mancini hatte sich extra auf die Partie in Doha vorbereitet, Simone Inzaghi ließ in Riad schon Videokonferenzen mit Sportdirektoren laufen. Dann kam die Nachricht: Achtelfinale und Viertelfinale komplett abgesagt. Kein Stadion, keine Charter, keine Pressekonferenz – nur ein Fax der AFC mit dem Stempel „force majeure“.
Die Folge: Die West-Gruppe der Champions League liegt brach. Die Spieler von Al-Hilal sind in Saudi-Arabien interniert, weil der Luftverkehr zwischen Riad und Doha vorübergehend eingestellt wurde. Al-Sadd droht dieselbe Isolation in Katar. Die Austragungsorte der Rückspiele sind offen, Termine existieren nur auf dem Papier. Die Asien-Fußball-Union schweigt – sie wartet ab, ob sich die Lage beruhigt, bevor sie neue Daten nennt.

Irans wm-teilnahme steht auf dem prüfstand
Die FIFA schickte gestern ein internes Schreiben an den iranischen Verband: „Teilnahme nur bei sicherer Reisefreiheit“. Das Problem: Mehdi Taremi, Sardar Azmoun und Co. sollen im Sommer in den USA gegen Neuseeland, Belgien und Ägypten antreten – genau dem Land, das gemeinsam mit Israel den Militärschlag durchführte. Präsident Mehdi Taj sagte der Nachrichtenagentur Tasnim: „Unsere Sicherheitslage macht eine WM-Reise unrealistisch.“ Die FIFA droht mit einer Strafe von mindestens 250.000 Schweizer Franken, sollte Iran später als 30 Tage vor Turnierbeginn zurückziehen. Ein Verbandsoffizieller aus Teheran gegenüber TSV Pelkum Sportwelt: „Wir schulden der FIFA nichts, wenn die eigenen Spieler nicht einreisen dürfen.“

Flucht über 2.000 kilometer: el haddadi und die odyssee per bus
Der Spanier Munir El Haddadi trägt bei Esteghlal Teheran das Trikot mit der Nummer 10. Seit dem Ausbruch der Krise sitzt er fest. Ein Sonderflug für ausländische Profis wurde abgelehnt, weil der iranische Luftraum für westliche Airlines gesperrt ist. Also plant Munir eine Landroute: Teheran – Tabriz – türkische Grenze – Istanbul – Madrid. Über 2.000 Kilometer, 30 Stunden Bus, zwei Grenzübergänge, unklare Visa. Sein Berater erklärte gegenüber SER-Kette: „Wir prüfen alles, aber die Straße bleibt die einzige Option.“ Gleiches gilt für mehrere südamerikanische Kollegen, die noch in Teheran ausharren.
Formel 1 fliegt umweg – bahrain und saudi-arabien wackeln
Melbourne ist sicher, das steht fest. Die Teams starten am 8. März zur Australian GP-Week, aber nicht über Abu Dhabi oder Doha wie sonst. Die Logistik-Chefs der großen vier Motorenhersteller haben binnen 48 Stunden Private-Jet-Charter aus Fernost organisiert: Tokio – Melbourne, Seoul – Melbourne, Singapur – Melbourne. Kostenpunkt: rund 1,2 Millionen Euro zusätzlich, die die Liberty Media übernimmt. Aber schon im April droht der nächste Sturm: Bahrain (12. April) und Saudi-Arabien (19. April) gelten als Hochrisikoläufe. Ein FIA-Insider zu TSV Pelkum Sportwelt: „Wenn die Golfstaaten ihre Lufträume nicht öffnen, verschieben wir. China oder ein zweiter USA-GP stehen als Ersatz bereit.“
Volleyball und basketball: italiener in dubai gestrandet
Die Volleyball-Superliga liefert das nächste Drama. Cisterna und Cuneo waren für ein Vorbereitungsturnier in Dubai, als der iranische Gegenschlag die Emirate traf. Beide Klubs sitzen seitdem im Hotel fest, weil der Flughafen zeitweise gesperrt wurde. Die Spielerfrauen dokumentieren die Situation auf Instagram – Selfies mit Maske vor leeren Souks. Gleiches gilt für die Basketball-Euroleague: Dubai Basketball sollte morgen in Mailand antreten, doch die Mannschaft konnte den Flughafen nur verlassen, nachdem die Liga Sondergenehmigungen durch die UAEFederation erwirkte.
Was passiert als nächstes?
Die AFC wird diese Woche ein Krisentreffen in Kuala Lumpur abhalten. Thema: Nachholtermine im Mai oder komplette Streichung der West-Gruppe. Die FIFA wartet auf verbindliche Sicherheitsgarantien des US-State-Department, bevor sie Iran für die Sommer-WM endgültig einschreibt. Und die Formel 1? Die Teams haben bereits Ersatz-Doppel-Header in Miami und Imola reserviert, falls Bahrain und Dschidda ausfallen. Die Rechnung ist einfach: Politik kostet Sport Milliarden, aber wer jetzt nicht plant, verliert die Saison.
Fazit: Der Konflikt im Golf ist längst kein Scharmützel mehr. Er zwingt Ligen, Verbände und Spieler zu Entscheidungen, die vor drei Monaten undenkbar waren. Wer jetzt nicht umdisponiert, landet – buchstäblich – auf der Strecke.
