Bologna peitscht lazio mit adrenalin: revanche nach europa-league-furor
Das Stadio Renato Dall'Ara bebt noch nach. Bologna hat Roma aus der Europa League gekickt, Lazio den AC Milan gebeutelt – und jetzt treffen beide aufeinander. Sonntag, 15 Uhr, ein Duell zwischen zwei Mannschaften, die ihre Saison neu erfinden müssen.

Italo-bingo: wer träumt weiter?
Vincenzo Italiano weiß, dass die Tabellenlüge ist. Achtster mit 42 Punkten, neun Zähler Rückstand auf die Roma – das klingt nach Saisonende. Doch der Coach der Rossoblù spielt nicht mit Zahlen, er spielt mit Emotionen. Die 4:3-Verlängerung gegen Roma war kein Sieg, sondern ein Statement: Wir sind noch lange nicht fertig. Jetzt wartet Lazio, jene Truppe, die ihn im Januar im Viertelfinale des Coppa Italia auf dem gleichen Rasen mit einem 1:1 und Elfmeterschießen rausgekegelt hat.
Maurizio Sarri dagegen schielt nicht auf die Liga, er schielt auf den 22. April. Dann geht’s für die Biancocelesti nach Bergamo, Return der Coppa-Semifinale, 2:2 Hinspiel. Atalanta hat in der Serie A gerade drei Gegentore in zwei Spielen kassiert – Sarri rieht Blut. Bologna ist für ihn Testlauf und Psychowaffe zugleich.
Die Personalie glüht: Weder Lukasz Skorupski noch Ivan Provedel stehen zwischen den Pfosten. Zwei Ersatzkeeper, zwei Unbekannte, ein offenes Tor. Die Wettanbieter spiegeln die Ungewissheit wider – ein 1:1 wird mit 5,80 bei Eurobet gehandelt, das Goal-Quote bei 1,93. Die Zahlen flüstern: Offensive, Risiko, Showdown.
Im Mittelpunkt: Gustav Isaksen. Der Däne traf gegen Milan, jagt rechts den Strafraumrand und hat gelernt, italienische Abwehrketten zu hacken wie Harz in offenem Feuer. Gegen Bologna wird er erneut Startelf sein – und auf der Gegenseite wartet Juan Miranda, der ihm schon im Olimpico am 7. Dezember die Hacken zeigte. Revanche im Duell, Revanche im Kopf.
Die Luft im Stadio Dall'Ara wird dick von Erinnerungen und Zukunftsängsten. Bologna will Europa, Lazio will den Pokal. Beide wissen: Wer hier verliert, dem bleibt nur noch ein Wettbewerb – und der heißt „nächste Saison“. Die Kurve wird singen, die Taktik brennen, die Uhren stehen still. 90 Minuten, die entscheiden, wem der Traum länger lebt.
Am Ende zählt nicht, wer besser ist – sondern wer den Druck erträgt. Die Statistik lügt nicht: Bologna hat vier der letzten fünf Heimspiele nicht verloren, Lazio zwei der letzten drei Auswärtsauftritte gewonnen. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen – und sie trägt die Nummer 1:1. Fertig, setzen, abpfeifen.
