Boccia-sensation: italien holt silber in astana – traum von los angeles lebt!
Astana – Ein Raunen ging durch die Stadien, als Gabriele Zendron und Michela Favini im BC3-Doppel der World Boccia Cup knapp die Finalhürde verfehlten. Doch das Silber für Italien hat eine Bedeutung, die weit über die Medaille hinausgeht: Es ist der Beweis für den Aufstieg einer Disziplin, die auf die Europameisterschaften 2027 und das ultimative Ziel, Los Angeles 2028, hinarbeitet.
Ein silber, das mehr als nur einen platz auf dem podium bedeutet
Die Niederlage gegen ein glänzend aufgelegtes Frankreich schmälert keineswegs den Erfolg. Hinter dem Finale in Kasachstan verbirgt sich jahrelange Arbeit, eine sorgfältige Planung, harte Trainingseinheiten und ein ständiger Austausch mit den weltbesten Athleten. Vice-CT Maria Rita Cattani fasst den Moment treffend zusammen: „Es ist sowohl ein Höhepunkt als auch ein Neuanfang. Es zeigt, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist und vielversprechende Perspektiven für die Zukunft eröffnet.“

Die früchte jahrelanger harter arbeit
Die Entwicklung der italienischen Boccia-Nationalmannschaft war kein Zufallsprodukt. In den letzten Jahren hat sich der paralympische Sportzweig stetig in den internationalen Wettbewerben etabliert, sowohl technisch als auch organisatorisch und strategisch. Cattani betont: „Das gesamte System wächst. Wir verfügen über ein besseres Verständnis der Regeln, der Qualifikationsmechanismen und der Wettbewerbe, die vor uns liegen.“ Das Silber in Astana folgt auf positive Signale vom World Boccia Challenger in Pajulahti, wo Zendron-Favini bereits eine Silbermedaille gewannen.

Der schlüsselmoment gegen singapur
Für Gabriele Zendron war der Sieg gegen Singapur, eines der Top-Teams des Turniers, der entscheidende Moment. „Dieser Sieg gab uns die Gewissheit, dass wir mit den besten Mannschaften mithalten können. Von da an sind wir von Spiel zu Spiel gewachsen.“ Die Fähigkeit, den Druck auszublenden, trug ebenfalls zum Erfolg bei. „Ich bin nach Astana mit dem Ziel angereist, mein Bestes zu geben und mich mit einigen der besten Spieler der Welt zu messen. Ich habe mich auf meine Leistung konzentriert und jedes Spiel mit Ruhe angegangen.“

Michela favinis überraschender aufstieg
Während Zendron bereits internationale Erfahrung mitbringt, ist Michela Favini eine der positiven Überraschungen des Turniers. „Meine Entwicklung überrascht mich selbst. Es steckt viel Arbeit dahinter, sowohl individuell als auch im Team. Ich hätte nicht erwartet, so schnell solche Erfolge zu erzielen, aber das motiviert mich zusätzlich, mich zu verbessern.“ Die Begegnungen mit den weltbesten Spielerinnen haben ihr wertvolle Einblicke in ihre eigenen Schwächen gegeben.
Die stärke des zusammenspiels
Die Harmonie zwischen Zendron und Favini war einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg. In der BC3-Kategorie ist das gegenseitige Vertrauen und die Fähigkeit, entscheidende Momente gemeinsam zu meistern, von großer Bedeutung. Favini erklärt: „Die Vertrauensbasis war entscheidend. Gabriele verfügt über viel Erfahrung und technisches Know-how. Wir unterstützen uns gegenseitig und können so auch schwierige Situationen besser bewältigen.“
Der unsichtbare faktor: die rampenbediener
Nicht zu vergessen ist der Beitrag der Rampenbediener, die in der BC3-Kategorie eine unverzichtbare Rolle spielen. Das Vertrauensverhältnis zu diesen Personen ist für die Athleten essenziell. Favini betont: „Die Harmonie mit unseren Rampenbedienern war fundamental. Sie sind ein fester Bestandteil unseres Teams und leisten während jedes Spiels wichtige Arbeit.“
Blick nach vorn: europa und los angeles
Die Spieler und das Trainerteam betonen die Bedeutung des internationalen Vergleichs. „Das Training und der Wettkampf mit Nationen wie Singapur, Hongkong, Südkorea oder Australien sind immer wichtig. Die Wettkämpfe ermöglichen es uns, Strategien, taktische Lösungen und Spielweisen zu beobachten, die man auf nationaler Ebene selten sieht.“ Cattani ergänzt: „Heute wird Italien mit größerer Aufmerksamkeit betrachtet. Wir gewinnen an internationaler Glaubwürdigkeit, was ein sehr positives Zeichen ist.“ Der Traum von Los Angeles 2028 mag noch in weiter Ferne liegen, doch die Vorbereitung auf die Europameisterschaften 2027 steht im Fokus. Und eines ist klar: Das Silber in Astana ist nicht das Ende, sondern der Anfang einer neuen Ära für die italienische Boccia.
Ein besonderer Dank gilt auch Mirco Garavaglia, der aufgrund gesundheitlicher Probleme an den Wettkämpfen nicht teilnehmen konnte, aber einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Nationalmannschaft geleistet hat. Seine Genesung wird von allen mit Spannung erwartet.
Die Boccia-Nationalmannschaft hat in Astana bewiesen: Italien ist auf dem Vormarsch und bereit, die Welt herauszufordern.