Bissig donnert in val d’isère: 0,92 sekunden vorsprung vor st. moritz
Semyel Bissig hat den Schweizer Meisterschaften in St. Moritz eine Warnung vorausgeschickt. Im französischen Val d’Isère riss er den Riesenslalom mit einer Machtdemonstration an sich, die selbst die Konkurrenz im Zielraum verstummen ließ.
0,92 Sekunden – das ist im alpinen Zirkus eine halbe Ewigkeit. Bissig fuhr Thomas Lorenzo Bini aus Italien so weit weg, dass der sich auf der Zielgerade umdrehte, als wolle er prüfen, ob hinter ihm noch jemand startet. Knapp dahinter landete Lenz Hächler mit 0,93 Sekunden Rückstand auf Platz drei. Die Schweizer Uhr tickt bei ihm offenbar anders, aber die Zeit im Ziel stimmte – und das reicht.

Giuliano fux sichert schweizer trio in den top ten
Mit Rang fünf komplettierte Giuliano Fux das starke Schweizer Resultat. Drei Athleten in den ersten fünf – das ist kein Zufall, sondern ein Statement. Die Verbandstrainer haben in den vergangenen Wochen den Trainingsrhythmus erhöht, speziell die Passagen im steilen Eis. Die Zahlen sprechen für sich: Bissig steuerte 62 Grad Neigung bei, ohne auch nur einmal die Linie zu verlassen.
Die Uhr stoppte bei 2:05,00 Minuten. Für Bissig war das Rennen nach 45 Sekunden gelaufen. Dort, am „Verte“-Eingang, legte er den Ski so aggressiv in die Kurve, dass die Kanten quietschten. Die 0,3 Sekunden Vorsprung, die er dort herausholte, baute er Schritt für Schritt aus. Kein Risiko, keine Show – nur präzise Arbeit.
Die nächsten Tage verbringt das Schweizer Team in St. Moritz, wo am Wochenende die nationalen Titel ausgefahren werden. Bissig will den Schwung mitnehmen, Hächler will Revanche, und Fux will zeigen, dass Rang fünf nur der Anfang ist. Die Piste dort ist steiler, das Feld enger. Aber nach Val d’Isère wissen alle: Wer Bissig schlagen will, muss schon früher aufstehen.
