Billie jean king cup: deutschland vor wiederaufstiegskampf – seidel und co. unter druck
Oeiras, Portugal – Das deutsche Team im Billie Jean King Cup steht vor einer Mammutaufgabe. Mit einem jungen Kader und dem neuen Teamkapitän Torben Beltz soll der Wiederaufstieg in die Weltgruppe gelingen. Doch der Weg ist steinig, und die Konkurrenz in der Regionalgruppe Europa/Afrika I alles andere als einfach.

Beltz setzt auf taktische flexibilität und junge energie
Die Ausgangslage ist klar: Nur der Gruppensieger sichert sich eine Playoff-Chance im Herbst. Verfehlt das Team um Ella Seidel, Noma Noha Akugue und Tessa Brockmann dieses Ziel, droht der Abstieg in die zweite Regionalliga. Beltz, der sein Amt erst kürzlich übernommen hat, betont dennoch das klare Ziel: „Natürlich ist es unser Ziel, die Gruppe zu gewinnen und dann um die Playoffs mitzuspielen. Das hat das Team drauf.“
Ein besonderes Augenmerk legt der erfahrene Coach auf die taktische Ausrichtung, angesichts des dicht getakteten Spielplans. „Die Mädels müssen wirklich viel spielen. Wir müssen auch als Betreuer-Team versuchen, taktisch gut aufzustellen, damit wir zur richtigen Zeit unsere Topspielerin frisch haben“, so Beltz. Die ungewohnte Belastung stellt auch ihn vor eine neue Herausforderung.
Eva Lys‘ kurzfristiger Ausfall und das Fehlen der Routinierten Laura Siegemund und Tatjana Maria (beide 38) haben die Mannschaft zwar geschwächt, doch Beltz sieht in der Jugendlichkeit des Teams einen Vorteil. „Es ist ein junges Team und ich denke auch, dass das Team lange spielen kann, weil alle jung sind.“ Nastasja Schunk (22) und Eva Bennemann (18) wurden kurzfristig nachnominiert, wobei Bennemann ihr Debüt im Nationalteam feiert – ebenso wie Noha Akugue.
Das erste Testspiel gegen die Gastgeberinnen Portugal wird entscheidend sein. Beltz warnt vor leichten Unterschätzungen: „Wir fangen an gegen die Portugiesen, die auch sehr stark einzuschätzen sind. Gerade hier zu Hause werden sie bestimmt stark vom Publikum angefeuert.“ Der Blick gilt bereits dem Duell zwischen Dänemark und Schweden, dessen Sieger am Mittwoch der nächste Gegner sein wird. Die deutsche Mannschaft muss sich nun beweisen und zeigen, dass sie trotz der Widrigkeiten bereit ist für den Kampf um den Wiederaufstieg.
Die jüngsten Ergebnisse von Ella Seidel, die in Bogotá bereits in der ersten Runde scheiterte, zeigen jedoch, dass die jungen Spielerinnen noch Lernprozesse durchlaufen müssen. Ob Beltz es schafft, das Team optimal auf die bevorstehenden Herausforderungen vorzubereiten, wird sich in den kommenden Tagen zeigen.
Die Stimmung im Team ist dennoch positiv. Die drei Trainingstage vor Ort wurden von Beltz als „wirklich sehr gut“ bewertet. Der Fokus liegt nun darauf, die Stärken der jungen Spielerinnen zu nutzen und die Schwächen zu minimieren. Es ist ein Balanceakt zwischen der Förderung der Nachwuchsspielerinnen und der taktischen Klugheit, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
