Bielsa verliert die nerven: wm-debakel und tv-wut!

Die WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA geht für Uruguay bereits nach der Vorrunde zu Ende – und der Abgang von Trainer Marcelo Bielsa war alles andere als würdevoll. Nach der knappen 0:1-Niederlage gegen Spanien explodierte „El Loco“ förmlich vor der Kamera und wetterte gegen das Fernsehteam, weil ihm die Zeit für das Interview offenbar nicht schnell genug war.

Ein ausraster, der im fernsehen zu sehen war

Ein ausraster, der im fernsehen zu sehen war

Bielsa, der seit Jahrzehnten für seinen exzentrischen Charakter bekannt ist, schrie dem Reporterteam direkt vor dem Spielfeldbereich entgegen: „Macht doch endlich!“ – eine Anweisung, die bei den anwesenden Journalisten für keuchende Lacher sorgte. Seine Antwort auf die erste Frage war ebenso kurz wie ausweichend: „Es ist mir nicht gelungen, das Potenzial der uruguayischen Spieler voll auszuschöpfen.“

Die frühe Auswechslung des Kapitäns Fede Valverde, der seinem Coach im Gang zum Umkleideraum demonstrativ den Rücken kehrte, kommentierte Bielsa mit einem Schulterzucken. Er habe Federico Vinas gebracht, um die Offensive zu beleben. Was er dem erfahrenen Torhüter Fernando Muslera nach dessen kostspieligem Patzer gesagt habe? „Nichts!“, entgegnete der Uruguayer trocken.

Bielsa nimmt sich selbst nicht in die Hand Auf der anschließenden Pressekonferenz zeigte sich Bielsa selbstkritisch, wenn auch auf seine ganz eigene, verschachtelte Art. „Die Journalisten und die Fans des uruguayischen Fußballs wollen mir zu Recht die Schuld geben. Ich bin der Verantwortliche und muss das akzeptieren.“ Sein Vertrag läuft nach dem Turnier aus, und er scheint sich nicht viel dabei zu machen: „Meine Zeit wird als eine Phase in Erinnerung bleiben, die nichts hinterlassen hat.“

Die „Celeste“ müssen sich erneut mit einer Enttäuschung trösten. Nach dem vorzeitigen Ausscheiden vor vier Jahren ist Uruguay auch 2026 in der Gruppenphase gescheitert – ein bitterer Rückschlag für einen zweimaligen Weltmeister. Die WM-Karriere von Bielsa in Uruguay ist damit wohl endgültig beendet. Die Frage, wer die Nachfolge antritt, bleibt vorerst unbeantwortet, doch eines ist sicher: Die Erinnerung an diesen frustrierten Ausraster wird noch lange in den Köpfen der uruguayischen Fans nachwirken.