Biathlon-drama in antholz: preuß' mentale blockade kostet deutschland olympia-medaille
- Enttäuschung in antholz: deutsche biathleten verpassen olympia-medaille
- Preuß' mentale herausforderungen
- So lief die frauen-staffel
- Rösch: "bin sprachlos und traurig"
- Die bittere erkenntnis: eine medaille war möglich
- Stärkere konkurrenz und die aufstellung
- Preuß' reaktion und die zukunft
- Ergebnisse und weitere informationen
Enttäuschung in antholz: deutsche biathleten verpassen olympia-medaille
Die deutsche Biathlon-Staffel hat bei den Olympischen Spielen in Mailand Cortina eine Medaille verpasst. Entscheidend war eine Strafrunde von Franziska Preuß im Stehendschießen. Nach 1992 gehen die deutschen Damen und Herren erstmals ohne Medaille in der Staffel von Olympia nach Hause. Michael Rösch zeigte sich nach dem Rennen "sprachlos und enttäuscht".

Preuß' mentale herausforderungen
Nach dem Rennen verschwand Franziska Preuß wortlos in Richtung Hotel, um den erneuten Rückschlag zu verarbeiten. Sportdirektor Felix Bitterling sprach von einer "mentalen Geschichte" und vermutete, dass etwas "in den Klamotten oder zwischen den Ohren" hängen bleibe. Die Strafrunde im Stehendschießen war der entscheidende Moment, der das deutsche Team ins Hintertreffen brachte.

So lief die frauen-staffel
Das deutsche Quartett mit Julia Tannheimer, Franziska Preuß, Janina Hettich-Walz und Vanessa Voigt kämpfte bis zum Schluss, konnte aber den Rückstand nicht mehr aufholen. Am Ende fehlten lediglich 21,5 Sekunden auf Bronze. Es war das erste Mal seit 1992, dass sowohl die Damen- als auch die Herren-Staffeln ohne Medaille blieben.

Rösch: "bin sprachlos und traurig"
Michael Rösch, Eurosport-Experte und Staffel-Olympiasieger von 2006, zeigte sich nach dem Rennen tief betroffen. Er beschrieb seinen Gemütszustand als "sprachlos und traurig". Obwohl die Beine bei den Läuferinnen da waren, stoppte Franziska Preuß die Staffel am Schießstand. Biathlon sei zu 80 Prozent Kopfsache, so Rösch.

Die bittere erkenntnis: eine medaille war möglich
Ohne die Strafrunde und insgesamt acht Nachlader wäre eine Medaille durchaus möglich gewesen. Die Enttäuschung war groß, aber Felix Bitterling betonte, dass dies ein "bitterer Tag" sei und Franziska Preuß deswegen kein weniger Champion sei. Auch Vanessa Voigt zeigte sich enttäuscht und sprach von "schmerzhaften" Gefühlen.

Stärkere konkurrenz und die aufstellung
Michael Rösch ordnete die Niederlage differenziert ein und betonte, dass die Konkurrenz, insbesondere Frankreich, stärker geworden sei. In dieser Saison seien bereits sechs verschiedene Staffeln auf das Podest gelaufen. Die DSV-Aufstellung, bei der Preuß nicht als Schlussläuferin eingesetzt wurde, war überraschend. Rösch hätte sie auf Position drei gesetzt.
Preuß' reaktion und die zukunft
Dass Franziska Preuß direkt nach dem Rennen wortlos verschwand, verstand Michael Rösch. Er erinnerte sich an ähnliche Situationen in seiner eigenen Karriere. Der Massenstart am Samstag bietet ihr nun die letzte Chance auf eine olympische Einzelmedaille. Ob dies ihr letztes Rennen sein wird, ist offen. Rösch forderte, alles zu geben und zu schauen, ob es funktioniert.
Ergebnisse und weitere informationen
| Platz | Land | Zeit | Strafrunden/Nachlader |
|---|---|---|---|
| 1 | Frankreich | 1:02:32.4 | 1/6 |
| 2 | Schweden | 1:02:51.3 | 1/7 |
| 3 | Norwegen | 1:03:37.6 | 0/7 |
| 4 | Deutschland | 1:03:53.9 | 1/8 |
