Bezzecchi fliegt mit 121 führungsrunden in austin davon – jetzt jagt er martín

Marco Bezzecchi hat in Austin nicht nur gewonnen – er hat die MotoGP mit 121 ununterbrochenen Führungsrunden in einen Schwebezustand versetzt, aus dem seine Gegner keinen Weg herausfinden. Der 27-jährige Italiener riss den US-GP schon in Kurve eins an sich und ließ die Konkurrenz 56 Runden lang im Dunst der texanischen Hügel verschwinden. Damit pulverisiert er Jorge Lorenzos zwölf Jahre alte Bestmarke von 103 Runden und schiebt sich wieder an die Spitze der WM.

Die serie, die aprilia in trance versetzt

Seit dem Finale 2025 in Portimao hat Bezzecchi jedes Hauptrennen gewonnen – fünf Mal in Folge, drei davon in dieser Saison. Buriram, Goiania, Austin: alles Rennen, die er von Start bis Zelleuchte dominierte. Die Zahl 121 ist kein statistischer Schnickschnack, sie ist ein psychologisches Werkzeug. Wer so lange vorne fährt, brennt sich ins Hirn der Verfolger. Wer immer nur Rücklichter sieht, fängt an zu zweifeln – erst an sich, dann am Material. Genau das nutzt Bezzecchi.

Teamkollege Jorge Martín, vor Austin noch Tabellenführer, musste nach 2,8 Sekunden Rückstand wieder den zweiten Platz schlucken. Pedro Acosta fuhr als Dritter nur noch zur Schau – 7,1 Sekunden fehlen auf den Aprilia-Express. Marc Márquez, sonst König von Texas, rutschte nach einem Long-Lap-Penalty für den Samstag-Crash auf Rang fünf und verpasste seine 100. GP-Krone erneut. Die Arena COTA, früher seine Bühne, wurde zur Kulisse seiner Begrenzung.

Márquez bleibt hängen, jerez droht

Márquez bleibt hängen, jerez droht

Am Samstag hatte Martín den Sprint noch mit einem Last-Lap-Überholmanöver gestohlen, während Bezzecchi spektakulär flog. 24 Stunden später drehte sich das Bild um 180 Grad. Austin ist kein Ausrutscher, es ist die Fortsetzung eines Trends: Wer in dieser Saison Bezzecchis Hecklicht verliert, verliert die WM-Übersicht. Der Vorsprung auf Martín beträgt jetzt zwölf Punkte – ein Seitenhieb, der bis Jerez (24.–26. April) nachhallen wird.

Dort erwartet die MotoGP ihre erste europäische Bewährungsprobe. Die Andalusier feiern ihre Rennen als Volksfest, aber für Bezzecchi wird es ein Arbeitsbesuch. Seine Aprilia RS-GP schlingt Hochgeschwindigkeits-Kurven wie andere Reifenwärmer. Die Gegner wissen: Wer ihn nicht in Runde eins stoppt, wird zum Statist. 121 Führungsrunden sind nur eine Vorschau – die nächste Episode läuft in drei Wochen.