Bezzecchi fegt alle fort: aprilia dominiert motogp 2026
Aprilia ist nicht länger der unterhaltsame Außenseiter – sie ist die Maschine, die den Rest des Feldes alt aussehen lässt. Marco Bezzecchi hat das vierte Sonntagsrennen in Serie gewonnen, und das bedeutet: 72 hat 72 Punkte auf dem Konto, 81 um genau zu sein. Die Serie läuft seit Portimão 2025, wurde in Valencia mit dem Titel krönend abgeschlossen und findet 2026 ihre Fortsetzung im US-Texas-Wüstenwind von COTA.
Martín verliert die krone – um vier punkte
Jorge Martín hatte den Sprint noch beherrscht, doch beim Grand Prix selbst war Bezzecchi einfach eine Spur brutaler in den Anzugsgängen, eine Idee flinker durch die essförmige Turn 12. Er spülte die Ducati-Top-Crew inklusive Martínator auf Platz zwei, 77 Zähler stehen für den Madrilenen nun zu Buche. Pedro Acosta hält mit 56 Punkten die KTM-Fahne hoch, während Fabio Di Giannantonio nach Austin 31 Punkte zusammenhat – und sich fragt, wie viel mehr drin gewesen wäre, hätte er nicht in Runde 7 die Linie zu weit nach außen verlegt.
Die Aprilia-Technik-Chefs um Romano Albesiano haben aus dem V4 einen Long-run-Monster gemacht: Drehzahlmanagement, das hintenraus nicht frisst, und eine Elektronik, die Reifenflecken verhindert, wo die Ducati-Stallgeschwister schon rutschen. Bezzecchi nutzt das mit kalter Präzision: Er spart den Reifen, schaltet spät, tritt früh, und wenn die Gegner aufwachen, ist er längst in der Boxengasse.

Bezzecchis blackjack: vier asse in serie
Der Rückblick liefert eine schlichte Wahrheit: Seit dem letzten Grand Prix der Saison 2025 hat niemand einen Sonntagssieg mehr geholt als der Italiener. Bezzecchi gewann Valencia, Qatar, Portimão und jetzt Austin – ein Quadruple, das in der MotoGP-Ära selten war. Und weil Punkte nur am Sonntag voll zählen, spielt er sein Spiel eben dort.
Martín bleibt die Konstante, nicht der dominierende. Er führt die Statistik der Schnellsten Runden an, aber Bezzecchi führt die Weltmeisterschaft an. Ein Detail, das Ducati-Teamchef Ciabatti in Austin mit zusammengebissenen Zähnen kommentierte: „Wir haben Speed, aber Aprilia hat die bessere Balance über 20 Runden.“
Der Kalender rollt weiter nach Jerez. Wer dort gewinnt, darf sich auf einen Sommer mit Vorteil einstellen. Bezzecchi hat gezeigt, dass er auch mal einen Sprint verschenkt – wenn er danach die Hausaufgaben macht. Die Konkurrenz sollte sich warm anziehen: Die Aprilia-RS-GP ist zur Zeit die einzige MotoGP-Maschine, die sich selbst in der Abendkühle noch wie auf Schienen anfühlt.
