Betis erwacht aus dem koma – isco zurück, girona begraben und europas traum lebt

145 Tage hat Isco ausgesetzt, sieben Minuten brauchte Girona, um den Betis aufs Kreuz zu legen. Dann riss der Vorhang runter, und die grün-weiße Truppe von Manuel Pellegrini lieferte sich einen Akt Selbsttherapie, der selbst die Wettbüros in Sevilla zum Schweigen brachte.

Isco tritt aus dem schatten – und trägt das team

Montilivi war zur Stunde Null mutiert. Tsygankov netzte früh ein, Ounahi glich nach der Pause aus, doch Abde, an diesem Abend Drahtzieher und Dribbel-Zauberer in Personalunion, spielte den Ball perfekt in den Lauf von Rodrigo Riquelme. Girona erlebte an seinem alten Flügelspieler die kalte Dusse, der Betis die Erlösung: 2:1, erster Liga-Sieg seit Mitte Februar, erster Sieg überhaupt, seit die Europa-League-Hoffnung in Braga einen Dämpfer erhielt.

Die Zahlen vorher? Fünf Punkte aus sieben Partien, Platz 17 der Formtabelle – und trotzdem immer noch Rang fünf in LaLiga. Ein Widerspruch, der sich nur erklärt, weil Celta Vigo parallel strauchelte und nun beim FC Barcelona antreten muss, wo die Katalanen 2023/24 noch keine Liga-Punkteliebe verschenken.

Die rechnung der zukunft: fünf punkte vorsprung oder nichts

Die rechnung der zukunft: fünf punkte vorsprung oder nichts

Verliert Celta in der Ciutat Esportiva, wächst die Lücke auf fünf Zähler. Spanien könnte seine fünfte Champions-League-Startplatz-Karte retten – und der Betis würde plötzlich wieder an der großen Losung mitdürfen, anstatt nur die Europa-League-Trostkasse zu schmeißen. Das ist der Knackpunkt: Die Saison ist nicht gelaufen, sie beginnt gerade erst für jene, die bislang nur überlebt haben.

Lo Celso, Joaquín, Guardado – sie alle wussten, dass ein weiteres Stolpern den Trainer kosten könnte. Stattdessen lieferten sie 90 Minuten lang ein Lehrstück in Sachen Resilienz. Pellegrini wechselte dreimal die Systematik, schob Isco ins Zentrum, zog Abde auf die rechte Außenbahn und erlaubte Riquelme, gegen seinen Stammverein die Tiefe zu suchen. Die Mischung zündete.

Die spanische Presse spricht bereits vom „partido loco“, dem Spiel, das den Verlauf der Saala durcheinanderwirbelt. Für Wettanbieter bedeutet das: Quoten auf einen Champions-League-Quali-Platz des Betis sind über Nacht von 6,50 auf 3,40 gestürzt. Die Märkte reagieren schneller als das spanische Fußball-Fernsehen.

Am Ende bleibt eine Erkenntnis: Der Betis hat die Schmach von Braga abgeschüttelt, Isco ist zurück – und mit ihm die Überzeugung, dass auch ein vermeintlich erledigter Saison-Plot noch ein Happy End erlaubt. Die nächsten fünf Spiele werden zeigen, ob die Nacht von Montilivi nur ein einmaliger Adrenalinschub war oder der Startschuss zur zweiten Saisonhälfte, die niemand kommen sah.