Betis am scheideweg: europa-kater und zukunftsschmerz
Der Schock sitzt tief im Grün-Weiß: Nach dem bitteren Ausscheiden aus der Europa League gegen Braga droht am Benito Villamarín ein Erdbeben. Die Euphorie des Frühjahrs ist verflogen, und die Frage nach der Zukunft von Trainer Manuel Pellegrini und Teilen des Kaders wird lauter.

Die achterbahnfahrt der letzten wochen
Noch vor wenigen Tagen schien alles beim Real Betis Balompié bestens zu laufen. Die Andalusier waren in der Liga auf einem Champions-League-Kurs und hatten sich überraschend weit in der Europa League gespielt. Doch das Aus im Viertelfinale gegen Braga hat eine tiefe Furche gezogen. Die Leistungen des Teams waren in den letzten Wochen zunehmend schwankend, und die Fehler in der Defensive häufen sich.
Die Verantwortlichen stehen vor einer Zäsur. Die klare Linie bezüglich Pellegrinis Verbleib, die es vor dem Hinspiel gegen Braga noch gab, ist nun in Frage gestellt. Die Kaderplanung, die in den letzten Transferperioden offenbar nicht die notwendigen Impulse gesetzt hat, wird ebenfalls kritisch hinterfragt. Es kursieren Namen von Spielern, deren Leistungen hinter den Erwartungen zurückbleiben – eine Situation, die die sportliche Leitung nun dringend angehen muss.
Die verpasste Chance, die Champions League zu erreichen, wäre ein herber Schlag für den Verein. Ein fünfter Platz, der noch zur Teilnahme an der Europa League berechtigt, ist deutlich besser als der Abstieg in die Conference League oder – im schlimmsten Fall – das Ausbleiben europäischer Wettbewerbe. Letzteres hätte massive Auswirkungen auf die finanzielle Situation und die Möglichkeiten der Kaderplanung.
Nach einer notwendigen Pause und Reflexion kehrt die Mannschaft heute zum Training zurück. Das Ziel ist klar: Der Serie ohne Sieg in der Liga muss ein Ende gesetzt werden. Der Liga-Gipfel gegen Girona am kommenden Dienstag bietet die erste Chance, wieder auf Kurs zu kommen. Die Rückkehr von Spielern wie Lo Celso und Isco könnte dabei helfen, die verloren gegangene Dynamik wiederzufinden.
Pellegrini hat für die kommenden Tage intensive Trainingseinheiten geplant, in denen die Spieler ihre Wut wegtrainieren und ihre Leistungen stabilisieren müssen. Sie schulden es ihren Fans, die stets hinter dem Verein stehen. Die endgültige Bewertung der Saison wird jedoch erst am 24. Mai nach dem letzten Spieltag erfolgen. Dann wird sich zeigen, ob die Saison als historisch, bemerkenswert, akzeptabel oder als schlichtes Scheitern in die Geschichte eingehen wird. Die nächsten sieben Spiele entscheiden über das Schicksal des Betis.
