Berrettini demoliert medvedev mit doppel-bagel in monte carlo

Matteo Berrettini hat im Fürstentum etwas geschehen lassen, das selbst hartgesottene Statistiker zum Kaffeekochen schickt: 6:0, 6:0 gegen Daniil Medvedev, Weltnummer zehn, nach gerade mal 50 Minuten. Kein italienischer Spieler hatte dem Russen je einen Doppel-Bagel verpasst; für Medvedev war es die peinlichste Niederlage seiner Karriere.

Der erste game war noch eine ahnung

Da musste Berrettini schon eine Breakkarte abwehren, verwarf einen leichten Vorhandwinner und schien sich im Roten des Courts noch zurechtzufinden. Was dann folgte, war kein Tennismatch, sondern eine Demonstration klinischer Schärfe. Medvedevs Erste lag bei 28 %, seine Ballwechsel endeten entweder im Netz oder zwei Meter hinter der Grundlinie. Der ehemalige Weltranglistenerste schlug sieben Mal die Rackete kaputt – das Publikum feuerte jeden Schlag mit Ole-Rufen an, als wäre es ein Fußballspiel.

Berrettini blieb kühl. Er servierte fünf Asse, schob den Rückhand-Slice mit dem nötigen Druck aufs Feld und spielte jeden Stoppball, als gäbe es kein Morgen. Der erste Satz dauerte 26 Minuten, der zweite 24. Als das letzte Return Medvedevs im Aus landete, war die Halle verstummt – dann brach Jubel aus, der bis an die Côte d’Azur zu tragen war.

Die zahlen, die alles sagen

Die zahlen, die alles sagen

0 – Breakchancen ließ Berrettini im gesamten Match zu. 14 – Gewinner des Italieners, nur 5 unerzwungene Fehler. 365 – Tage seit seinem letzten Top-10-Sieg, damals ebenfalls in Monte Carlo gegen Alexander Zverev. Und: 93 – der Platz, den Berrettini vor dem Turnier belegte. Mit diesem Sieg springt er wieder in die vorderen Reihen, das Gespenst der Qualifikationen ist erst einmal vertrieben.

Im Viertelfinale wartet nun João Fonseca, der sich gegen Arthur Rinderknech durchsetzte. Für Berrettini ist das ein Neuland: gegen den jungen Brasilianer hat er noch nie gespielt. Aber wer einen Medvedev so auseinander nimmt, für den scheint momentan kein Aufschlag zu schnell und kein Court zu klein zu sein.

Nach dem Match schrieb Berrettini mit Kindermarker „Scusa Carlo V.“ auf die Kamera – ein Gruß an Carlo Verdone, Schauspieler und Freund des Russen. Ironie inklusive. Denn wer einem Freund so eine Lektion erteilt, der entschuldigt sich nicht wirklich – er liefert einfach nur den Beweis, dass er zurück ist.