Berlin verspielt sweep – bamberg erzwingt spiel 4 mit 81:73
Alba Berlin ist in Freak City stolpern. Dort, wo die Bamberger Fans wie eine rote Wand aufreißen, schmolzen die Favoriten zu späten Rehen im Scheinwerferlicht. 73:81 lautet das Ergebnis, das die Halbfinalserie am Donnerstagabend auf 2:1 verknappt.
Cobe williams schlägt die berliner mit 20 punkten und sechs steals in die knie
Der Point Guard der Brose Baskets war in den ersten beiden Spielen ein Nebendarsteller, heute der Regisseur eines Infernos. Williams jagte Jack Kayil mit einem 10.000-Volt-Blick, stahl Bälle, als hätte er den Spielplan vorab gelesen, und traf im Sinkflug wie ein Kunstturner.
Die Berliner Offensive, bislang eine fließende Staffelei aus Schnitt und Ballwechsel, verhakte sich an der neuen Bamberger Aggressivität. Drei von 18 aus der Distanz – das ist kein Zufall, sondern ein Notruf. Michael Rataj, bisher unerschütterlicher Steuermann, verwarf Freiwürfe und hörte das spöttische „Zugabe!“ aus Tausenden Kehlen.

Die arena als zwölfter mann
Der Brose Arena liegt neben einem Kaufland, drinnen aber tobt ein Orchester. Dezibelmesser: 110. Das lauteste Heimspiel der Saison. Trommler unter neun Meisterbannern, Flammen am Mittelkreis, rote Fahnen mit „Dream on“. Die Botschaft ist keine Metapher – sie ist ein Befehl.
Albas erfahrenster Akteur, Martin Hermannsson, lief gegen eine Wand, die plötzlich nicht mehr aus Menschen, sondern aus Absichten bestand. Coach Anton Gavel hatte die Berliner Sets entschlüsselt und seinen Spielern beigebracht, wo der Haken sitzt. Jede Ballverlustpfiff wurde zum Freudentaumel.

Budget david gegen goliath
Bamberg schultert die Last mit fünf Stars und einem Etat, der liga-weit das Schlusslicht bildet. Die Saison wird enden, das Team wird sich auflösen – höhere Aufgaben locken. Doch bevor die Gehaltsschecks kassiert werden, wollen die Franken noch einen Tanz. „Rote Wand“ steht auch für diesen Stolz.
Alba führt weiterhin 2:1, aber die Physik des Playoffs hat sich verschoben. Spiel 4 am Samstag findet wieder in der Arena statt, in der die Kettensäge neben dem Ohr summt. Wer dort noch klar denken kann, gewinnt nicht nur ein Spiel – er gewinnt den Moment.
Und der Moment gehört gerade Bamberg.
