Berlin kippt in veszprém: füchse verschenken fünf-tore-vorsprung und stehen auf kante
Die Füchse Berlin haben sich in Ungarn selbst geschlagen. Mit 34:35 bei Telekom Veszprém verspielten sie eine 30:25-Führung, zerstörten die eigene Halbfilmbühne und müssen nun am Mittwoch in der Max-Schmeling-Halle eine Mahnwache gegen die Ausscheidung abhalten.
Was für eine Nacht voller Kontraste. Mathias Gidsel traf dreizehnmal, verwandelte selbst verwundete Bälle, und trotzdem stand er am Ende mit leeren Händen da. Die Berliner Defensive, sonst so lautstark, verstummte in den letzten zehn Minuten. Veszprém legte ein 6:1-Tempo auf, riss das Spiel an sich und küsste die deutsche Seite in die Wunde des Vorjahres, als das Champions-League-Finale gegen Magdeburg noch schmerzte.
Krickau hatte „brutal“ gewarnt – sein team schwieg in der schlussphase
Trainer Nicolej Krickau hatte vor dem Anpfiff den Begriff „brutal“ bemüht, um die Ungarn-Atmosphäre zu beschreiben. Doch das brutale war, wie leichtfertig seine Mannschaft die Vier-Tore-Reserve verschenkte. Bei 32:32 war die Lufthoheit plötzlich auf ungarischer Seite, und selbst Andersson und Gidsel, die sonst die Drucktaste finden, wirkten wie in Zeitlupe.
Die Statistik lügt nicht: Berlin gewann beide Gruppenspiele gegen Veszprém, aber K.o.-Spiele schreiben ihre eigene Geschichte. Die 34 Gegentore sind die meisten, die die Füchse in dieser Saison kassiert haben. Wer so viel zulässt, darf sich nicht wundern, wenn das Fernsehbild schon das Final Four in Köln zeigt, ohne deutsche Beteiligung.

Magdeburg lacht, berlin zittert
Während die Elbe-Städter nach ihrem 35:28 in Szeged bereits Halbfinale riechen, muss Berlin um die Luft anhalten. Die DHB-Pokal-Party ist längst abgeklungen, der Kater folgt in Form eines Rückstands. Wer am kommenden Mittwoch nicht gewinnt, fliegt raus – und verliert vielleicht mehr als nur ein Spiel: die Chance, endlich den Henkelpott zu holen, der der Stadt seit 1993 fehlt.
Die Uhr tickt. Die Arena wird kochen. Und Veszprém reist mit dem Selbstvertrauen eines Teams, das weiß: Wir haben es schon einmal zerstört, wir können es wieder tun.
