Berlin drückt auf die tube – mannheim muss heute gewinnen oder fliegen

Die Krallen der Eisbären sind tief in Mannheims Nacken gegraben. 2:0 steht es nach zwei Auftritten, in denen Berlin nicht nur gewann, sondern spielte, als wäre der Gegner ein Trainingsklops. Jetzt droht den Adlern im dritten Finale (19.30 Uhr, SAP-Arena) das 0:3 – für viele Serien das Todesurteil.

Berlin zelebriert effizienz, mannheim verpulvert chancen

Die Zahlen schreien: 12 Tore ließ man in zwei Spielen, nur vier stehen auf der Adler-Seite. Lukas Kälble sprach von „verpatzten Lösungen“, Trainer Halstenbeck redete von „Details“. Das sind nette Worte für ein Drama. Denn die Adler hatten Anteile am Spiel, sie scheiterten aber an Philipp Grubauer, am Aluminium und an der eigenen Hast. Berlin dagegen nutzte fast jede zweite gefährliche Aktion – ein Lehrbuch für kalte Effizienz.

Die Eisbären reisen mit breiter Brust, aber auch mit Respekt. „Wir wissen, dass Mannheim kochen kann“, sagte Leo Pföderl, der in Spiel zwei doppelt traf. „Ein Auswärtssieg würde uns fast die Meisterschaft auf dem Silbertablett servieren, aber die Adler werden alles in die Waagschale werfen.“

Fernsehgold für zuschauer: free-tv-übertragung auf sport1

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Ein Trost für alle, die keine Dauerkarte haben: Sport1 überträgt live und kostenlos, Vorbericht ab 19.00 Uhr. Parallel streamt MagentaSport in UHD, wer tiefer in die Taktik eintauchen will. Die Quote dürfte nach den ersten beiden Klatschen steil nach oben schnellen – das Land schaltet ein, wenn ein Gigant blutet.

Die SAP Arena wird brodeln. 13.600 Fans planen ein weißes Wunder, doch die Spieler wissen: Emotion allein reicht nicht. „Wir brauchen die richtige Mischung aus Aggressivität und Ruhe“, forderte Kapitän Marcus Weber. „Sonst fliegt uns Berlin in fünf Titeln aus der Arena.“

Die Eisbären haben bereits vier Matchbälle in Sichtweite. Für Mannheim ist heute Endspiel-Charakter angesagt. Verlieren sie, steht die Meisterschaftsfeier in Berlin vor der Tür – und die Adler müssten vier Mal in Folge gewinnen, was in der DEL-Geschichte noch keinem Team gelang.

Die Uhr tickt. Das Eis ist frisch gemasert. Und irgendwo in der Kabine liegt ein Satz, der die nächsten 60 Minuten bestimmen wird: „Wenn wir heute nicht gewinnen, gibt’s kein morgen in dieser Serie.“