Benatia explota: „skandal“ bei marseille – droht trainer-chaos?

Marseille – Die Luft in der südfranzösischen Hafenstadt ist zum Schneiden dick. Nach der schmerzlichen 0:2-Niederlage beim FC Lorient hat Sportdirektor Mehdi Benatia eine regelrechte Wutrede gehalten, die in Frankreich für massive Wellen sorgt. Seine drastischen Worte und die anschließende Reaktion des Teams lassen den Verein am Rande eines dramatischen Umbruchs stehen.

Der sportdirektor am rande des abgrunds

Benatia, einst gefürchteter Verteidiger bei Bayern München, zeigte sich nach dem Spiel sichtlich außer sich. Über sechs Minuten ließ er seiner Frustration freien Lauf und kritisierte die Leistung seiner Spieler in aller Schärfe. „Das ist ein Skandal!“, polterte er vor versammelter Presse, wobei er kein gutes Haar an der Vorstellung seiner Mannschaft ließ. Er sprach von fehlendem Kampfgeist, mangelnder Engagement und einer erschreckenden Passivität gegen eine Mannschaft, die „nichts mehr zu verlieren“ hatte.

Die Wortwahl des ehemaligen Nationalspielers Algeriens war dabei geradezu explosiv. Er warf seinen Spielern vor, sich nicht für das Trikot von Olympique Marseille einzusetzen und die Chance auf die Champions-League-Qualifikation zu verspielen.

Ein ehemaliger Trainer schlägt Alarm: Pascal Dupraz, ein erfahrener Coach, der bereits Dijon, Saint-Étienne, Caen und Toulouse trainierte, zeigte wenig Verständnis für Benatias Vorgehen. „Das ist peinlich, von einem erfahrenen Spieler. Es ist leicht, auf die Spieler einzuhacken“, kritisierte Dupraz in der Sendung „Les Grandes Gueules du Sport“ auf RMC. Er betonte, dass solche öffentlichen Ausbrüche die Situation nur verschlimmern und den Zusammenhalt im Team weiter untergraben.

Kabinen-chaos und erhöhte trainingsbelastung

Kabinen-chaos und erhöhte trainingsbelastung

Doch nicht nur Benatias Wortwahl sorgte für Aufsehen. Der Sportdirektor äußerte zudem seinen Unmut über das Verhalten der Spieler nach dem Spiel. „Wie viele Spieler sind in die Kabine gekommen und haben den Tisch umgeworfen? Keiner, niemand“, empörte er sich. „Alles ist blitzblank, die Flaschen stehen an ihrem Platz, alles. Also, man spielt für Olympique Marseille, macht so ein Spiel und akzeptiert das einfach?“

Als Reaktion auf die desaströse Leistung kündigte Benatia ein erhöhtes Trainingspensum an. „Wenn man so spielt, muss man an allem arbeiten“, erklärte er entschlossen. Die Spieler sollen in den kommenden vier Wochen alles andere außer Freizeitplänen. Der Druck auf die Mannschaft ist immens, die Champions-League-Plätze sind gefährdet.

Die Lage für Marseille ist angespannt. Nach 30 Spieltagen liegt das Team von Trainer Habib Beye nur auf dem vierten Platz der Ligue 1. Lille hat zwei Punkte mehr auf dem Konto, während Lyon und Rennes am Sonntag noch vorbeiziehen könnten. Die Frage ist: Kann Benatia die Mannschaft noch retten – oder wird er selbst das nächste Opfer des drohenden Chaos?