Belgien am abgrund: kann doku die "roten teufel" retten?
Kansas City – Die belgische Nationalmannschaft steht vor dem vorzeitigen Aus bei der Weltmeisterschaft. Nach zwei enttäuschenden Remis gegen Ägypten und Iran hängt die Zukunft der "Goldenen Generation" um Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku in der Schwebe. Nur ein Sieg gegen Neuseeland am morgigen Tag reicht, um die Chance auf das Achtelfinale zu wahren. Doch die Hoffnung ruht auf einer überraschenden Quelle: Jeremy Doku.
Die last der erwartungen
Die belgische Presse, insbesondere die frankophone Zeitung "Le Soir“, stilisiert Doku zum Retter in der Not, zum "Messias“, der das Team vor dem drohenden Desaster bewahren soll. Doch der junge Flügelspieler hat bisher nicht überzeugt. Sein Debüt gegen Ägypten war enttäuschend, und das verpasste Spiel gegen den Iran aufgrund einer Atemwegsinfektion – verbunden mit einem Blitzbesuch in London zur Geburt seines Sohnes – sorgte für zusätzliche Kontroversen und Fragen nach seiner Einsatzbereitschaft.
Die Situation ist delikat. De Bruyne, normalerweise der Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft, ist weit entfernt von seiner Glanzleistung bei Manchester City. Lukaku, der Stürmerstar, hat gegen den Iran bewiesen, dass er bei Weitem nicht in Topform ist. Die Abhängigkeit vom jungen Doku ist nun unübersehbar.

Trockenübung vor dem sturm
Trainer Rudy Garcia versucht, die Nerven der Spieler zu beruhigen. "Es gibt Druck, aber keinen Panik“, erklärte er. „Wir sind noch voll im Turnier. Wir hätten uns zwar gewünscht, bis jetzt schon ein oder zwei Spiele gewonnen zu haben, aber die Situation ist klar: Wir müssen Neuseeland schlagen, und das werden wir auch tun.“
Die Zahlen sprechen jedoch eine andere Sprache. Seit dem Tor von Batshuayi gegen Kanada in Qatar, vor über einem Jahr, haben die "Roten Teufel“ 69 Torschüsse abgegeben, ohne ein Tor zu erzielen. Ein erschreckendes Zeichen der Angriffslosigkeit. Doku hat zwar in der letzten Saison bei Manchester City an seiner Torgefahr gearbeitet, seine acht Tore in 47 Spielen zeigen aber, dass seine Stärke eher im Dribbling und im Vorbereiten von Chancen liegt.

Neuseeland hofft auf das wunder
Auch Neuseeland hat noch eine theoretische Chance auf das Achtelfinale, benötigt aber einen Sieg gegen Belgien, um Geschichte zu schreiben. Mit vier Unentschieden und vier Niederungen in neun Weltmeisterschaftsspielen ist das neuseeländische Team bekannt für seine Zähigkeit, aber auch für seine Ungeschicklichkeit vor dem Tor. Trainer Darren Bazeley betonte, dass man Belgien keineswegs unterschätzen werde, aber die belgischen Schwierigkeiten könnten ihnen einen Vorteil verschaffen.
Die Wahrheit ist: Die belgische Mannschaft steht vor einem entscheidenden Moment. Der Druck ist enorm, die Erwartungen hoch. Ob Doku der Schlüssel zur Rettung sein kann, wird sich am morgigen Tag zeigen. Eines ist sicher: Das Spiel wird ein nervenaufreibender Kampf um das Überleben in diesem Turnier.
