Behringer schickt deutsche u19-frauen auf em-jagd – bosnien wartet
Die deutsche U19-Frauen startet am Samstag in Zenica gegen Gastgeber Bosnien. Ein Sieg, und Melanie Behringers Team könnte schon nach dem zweiten Gruppenspiel in den Halbfinal-Modus schalten.
Behringers taktik: druck früh abladen
Die Trainerin, seit Sommer 2023 an der Seitenlinie, hat ihre Elf in den vergangenen Monaten neu justiert. Weniger Ballbesitz-Jonglieren, mehr Tempo nach Ballgewinn. Das zeigte sich in der Qualifikation: Irland, die Slowakei und Frankreich wurden nacheinander erledigt. 270 Minuten, null Gegentore, neun Punkte.
Nur Doppelläuferin Lena Uebach und Flügelflitzerin Rebecca Knaak blieben dabei über 90 Minuten auf dem Feld – ein klares Indiz, wie sehr Behringer Rotation als Waffe nutzt. „Wir wollen jeden Gegner bis zur 70. Minute laufen lassen“, sagte sie nach dem letzten Testspiel.

Usa-duell lieferte warnschüsse und auftrieb
Die Vorbereitungsspiele gegen die USA Ende Mai offenbarten zwei Gesichter. Erst das 0:2 in Hoffenheim, vier Tage später das 1:0 in Köln. Zwischen den Partien veränderte Behringer drei Positionen, stellte von Viererkette auf Dreierkette um und setzte Loreen Bender als falsche Neun. Die Erkenntnis: Das Team kann sich selbst reparieren.
DFB-Sportdirektorin Nia Künzer lobte diese Reaktion im DFB-Interview: „Die Spielerinnen haben in den vergangenen Monaten individuell zugelegt, aber wichtiger ist: Sie begreifen das Kollektiv als Waffe.“

Gruppe a: polen und schweden warten im hinterhalt
Nach Bosnien geht es für Deutschland gegen Polen und Schweden. Letztere verloren erst Anfang Juni gegen die deutsche A-Juniorinnen 1:3 und werden den Schwedenwitz „Revanche“ auf den Platz bringen. Polen wiederum erwartet den Tross mit einem defensiven 5-4-1, das in der Quali nur zwei Gegentore kassierte.
Das Finale am 10. Juli in Sarajevo ist das Ziel – aber für Behringer zählt nur der erste Schritt. „Wir spielen nicht gegen alle auf einmal. Erst Bosnien, dann sehen wir weiter.“
Die Zuschauer in Zenica werden am Samstag um 18 Uhr erleben, ob die deutsche U19 den Turnierfavoriten sofort unter Druck setzt. Die Antwort dürfte schon nach 20 Minuten klar sein: Denn wenn die deutsche Pressing-Maschine läuft, schaltet Bosnien meist in den Schongang.
