Beccalossi: ein gottesfunke, der das spielfeld verzauberte
Evaristo Beccalossi. Der Name hallt in der Erinnerung der Inter-Fans wider wie ein Echo vergangener Glanzzeiten. Nicht wegen unzähliger Titel, sondern wegen einer Aura des Genies, die ihn umgab. Ein Kicker, der mit dem Ball jonglierte, als wäre es ein Verlängerung seines eigenen Körpers, ein Künstler auf dem Rasen – und doch, ein Mensch mit Fehlern, der am Ende von der Nationalmannschaft übersehen wurde. Ein Paradox, das die Fußballwelt bewegt.
Die nacht, in der ein star geboren wurde
Es war eine lauwarme Augustnacht im Jahr 1978. San Siro bebte, als der 22-jährige Beccalossi, ein Wirbelwind aus Locken und Talent, sein Debüt in einem Freundschaftsspiel gegen Vicenza gab. Seine Bewegungen, sein Dribbling, die Art, wie er den Ball mit seinem linken Fuß umspielte – es war pure Magie. Mariolino Corso, ein erfahrener Beobachter, erkannte sofort: “Das ist mein Erbe!” Die Fans sprachen von einem neuen Messias, einem Spieler, der die Sehnsucht des Volkes stillen würde.
Doch Beccalossi war mehr als nur ein talentierter Kicker. Er war ein Original, ein Rebell mit einem Herz aus Gold. Er rauchte, las die Gazzetta dello Sport auf der Massagestretter und vermied die rigorosen Läufe von Sergent Bersellini. Diese Unkonventionalität machte ihn nur noch menschlicher, noch beliebter. Schließlich wurde er von Giuseppe Viola mit den Worten “Mi chiamo Evaristo, scusate se insisto” in die Annalen des Fußballs geschrieben. Gianni Rivera nannte ihn unumwunden: “Er ist wie Maradona.”

Bearzots entscheidung: ein rätsel bis heute
Wie konnte es sein, dass ein solcher Spieler von der Nationalmannschaft ignoriert wurde? Der damalige Bundestrainer Enzo Bearzot entschied sich gegen Beccalossi, eine Entscheidung, die bis heute für Diskussionen sorgt. Platini fragte sich ungläubig:
