Bayern-frauen reisen als favorit ins pokal-viertelfinale – hsv wartet mit vollgas
Die Frauen des FC Bayern haben den VfL Wolfsburg 4:1 weggespült und jetzt den HSV im Visier. Im Volksparkstadion droht dem Rekordmeister trotz 14-Punkte-Vorsprung in der Liga keine Gala, sondern ein Pokalfight auf Biegen und Brechen.

Barcalas warnung: pokal-k.o. in 90 minuten
José Barcala kennt die Tücken des DFB-Pokals. „Ein Fehler reicht, und die Saison trägt plötzlich Risse“, sagt der 44-Jährige. Sein Blick richtet sich auf den HSV, der in den letzten beiden Heimspielen zweimal in Unterzahl trotzdem punktete. Die Hanseaten brennen auf das Highlight des Jahres – 18.300 Tickets sind bereits weg, die Nordkurve wird sich in Schwarz-Rot-Weiß wiegen.
Die Bayern reisen angeschlagen. Klara Bühl fällt weiterhin aus, Lena Oberdorf und Sarah Zadiral verharren im Kreuzband-Reha-Modus, auch Alara bleibt außen vor. Barcala muss improvisieren: Sydney Lohmann rückt ins defens Mittelfeld, Linda Dallmann übernimmt die Kapitänsbinde. „Wir haben Qualität, aber keine Reservebank voller Weltmeisterinnen“, sagt der Coach mit trockener Stimme.
Die Zahlen sprechen dennoch für den FCB: 17 Siege in Serie, 61 Tore, nur acht Gegentreffer. Doch der Pokal folgt eigenen Gesetzen. Letzte Saison scheiterte Bayern im Viertelfinale an Eintracht Frankfurt – ebenfalls als haushoher Favorit. Das 0:2 in der Commerzbank-Arena schmerzt noch heute.
HSV-Trainer Thomas Wallis weckt den Underdog-Geist. „Wir haben nichts zu verlieren, außer unseren Schatten“, sagt er und verweist auf die Luftschlösser des Volksparkstadions. „Wenn die ersten Zweikämpfe knallen, wird die Mauer brüllen.“ Sein Schlüsselspielerin ist Ivana Rudelic, ehemalige Bayern-Stürmerin, mit sieben Saisontreffern bestens in Form. Rudelic kennt die Schwächen ihrer Ex-Kolleginnen – und wird sie gnadenlos nutzen wollen.
Für Barcala zählt nur das Weiterkommen. „Wir wollen das Double. Punkt.“ Die Ansprache wird kurz sein, die Zweikämpfe hart. Wer in Hamburg nachlegt, darf im Halbfinale vom Finale träumen. Wer stolpert, fliegt – und muss bis August warten, um die Wunde zu lecken.
Mittwoch, 18.30 Uhr, Volksparkstadion. Die Bayern kommen als Jäger, nicht als Gejagte. Aber der HSV wartet mit offenem Visier. In 90 Minuten entscheidet sich, ob die Reise nach Berlin – oder nach Hause – weitergeht.
