Bayern-boss sarmiento fordert titel und sucht neuen coach

Adrian Sarmiento spricht Klartext: Nach dem Euroleague-Aus und dem Pokal-Debakel will der neue kaufmännische Geschäftsführer des FC Bayern Basketball die deutsche Meisterschaft – und einen Trainer, der acht Kalender gleichzeitig lesen kann.

Die 93:83-Pflichtsieg-Show gegen Schlusslicht Asvel Villeurbanne war am Dienstag nur Nebenschau. Vor dem Spiel stellte Sarmiento bei „Magenta Sport“ den Säbel ins Tableau: „Wir müssen den nationalen Titel gewinnen, ganz klar.“ Ein Satz, der in München wie ein Ultimatum klingt.

Pešić-ende, nachfolge-start: sarmientos drahtseilakt

Interimstrainer Svetislav Pešić, 76, wird nach Saisonende abtreten. Der Serbe, der 2011 den Klub in die Bundesliga zurückführte und seitdem zwei Amtsperioden überstand, soll bleiben – nur nicht als Chef. Sarmiento: „Es ist noch zu früh, über seine Zukunft zu sprechen. Aber wenn wir eine Chance haben, mit Svetislav Pešić weiterzuarbeiten, ist das erstmal eine tolle Situation.“ Ein Dankeschön, das wie ein Abschied klingt.

Die Job-Beschreibung ist komplexer als ein Euroleague-Pick-and-Roll. Gesucht wird ein Staff, der deutsche Kernspieler führt, junge Talente durchschleust und dabei erprobte Euroleague-Größen integriert. Kein Wunder, dass seit 2011 acht Trainer durchrotierten – nur zwei hielten zwei Jahre durch: Pešić und Andrea Trichieri.

Längerfristig oder exit: bayerns budget-realität

Längerfristig oder exit: bayerns budget-realität

Sarmiento betont, dass München nicht zu den finanzstärksten Klubs Europas zählt. Die Lösung: Erfolg durch Entwicklung, statt durch astronomische Schecks. Das erfordert einen Coach, der nicht nur X’s und O’s zeichnet, sondern auch ein Langzeit-Projekt trägt. „Langfristige Strategie ist ein ganz wichtiger Schlüssel zum Erfolg“, sagt er – und meint damit wohl auch: Keine weiteren Coach-Wechsel nach jedem Frühjahr.

Die Saison läuft noch, doch die Uhr tickt. Am 19. Mai beginnen die Play-offs. Bis dahin muss das Team funktionieren, egal wer nächste Saison an der Seitenlinie steht. Sarmiento hat den Ansproch formuliert, die Bundesliga-Trophäe steht bereits mit roten Bändern bereit. Ob der neue Trainer sie dann auch in die Höhe stemmen darf, wird sich zeigen. Fest steht: Ohne Meisterschaft wird es Sommer-Debakel 2.0 geben.