Bayern zieht vor den dfb-kadi: díaz-sperre soll kippen – dreesen schickt warnschuss

Der FC Bayern geht auf Konfrontationskurs. Nach der Gelb-Roten Karte gegen Luis Díaz in Leverkusen legt der Rekordmeister beim DFB-Sportgericht Einspruch ein. Jan-Christian Dreesen, Geschäftsführer Sport, lässt dabei kein Blatt am Mund: „Wir lassen uns nicht länger bevormunden.“

Schiedsrichter dingert räumt fehler ein – bayern reicht trotzdem an

Christian Dingert hatte nach dem 1:1 am Bayer-Stadion eingeräumt, Díaz wegen einer vermeintlichen Schwalbe zu hart bestraft zu haben. Die Bilder zeigen: Kein Kontakt, kein Elfmeter, keine Notwendigkeit für Rot. Doch die Einsicht kommt zu spät. München will die Sperre kippen, will Präzedenz. Dreesen: „Wir fordern Konsequenz, keine Lippenbekenntnisse.“

Die Statistik spricht für den Klub. Seit der Winterpause kassierte Bayern in neun Auswärtsspielen sieben Gelbe Karten wegen angeblicher Schwalben – Liga-Spitzenwert. Dreesen sieht ein Muster: „Wir werden kleingerechnet, wo es nur geht.“

Die angst vor dem domino-effekt

Die angst vor dem domino-effekt

Fall Díaz ist mehr als eine Personalie. Sollte der Einspruch scheitern, fehlt der Flügelflitzer im Topspiel gegen Leipzig, möglicherweise auch im Pokal-Viertelfinale. Dann rückt Kingsley Coman zurück, der noch keine 70 Minuten am Stück spielen konnte. Die Personaldecke wird dünn, das Lazarett überquert. Auch Ersatztorwart Sven Ulreich fällt aus – Bayern hat aktuell keinen gesunden Nummer-eins-Keeper.

Dreesen spielt deshalb ein höheres Spiel. Er kritisiert nicht nur den einzelnen Referee, sondern das „Niveau der DFB-Ausbildung insgesamt“. Der Appell: Investitionen in Video-Schulungen, transparentere Evaluierungen, schnellere Fehlerkorrekturen. Sonst droht laut Dreesen „eine Saison, die am Grünen Tisch entschieden wird“.

Der DFB hat vier Tage Zeit, das Urteil zu fällen. Bis dahin trainiert Díaz individuell, hält sich fit, hofft auf grünes Licht. Die Münchener Anwälte haben neben Dingerts Zitat auch eine 18-seitige Videoanalyse beigelegt. Darin: jedes Leverkuser Foul an Díaz, das nicht geahndet wurde. Laut internen Daten ergibt sich ein kumulativer Nachteil von 2,4 erwarteten Toren zugunsten der Gastgeber – eine Zahl, die selbst Statistik-Kenner ins Stottern bringt.

Die Liga schaut auf Bayern. Gewinnt der Klub, könnte das Verfahren Schule machen. Verliert er, dürfte der Ruf nach einer unabhängigen Schiedsrichterkommission lauter werden. Dreesen bleibt hart: „Wir sind bereit, bis vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen.“

Kick-off in Leipzig ist am Samstag, 15 Uhr. Bis dahin will München Klarheit. Sonst muss Trainer Vincent Kompany erneut umbauen – und die Meisterschaft rückt in weite Ferne.

Der Ball liegt jetzt beim DFB. Entscheidet er gegen Díaz, liefert er den Bayern die nächste Kampfansage. Und liefert der Liga das nächste Drama. Es ist noch nicht vorbei.