Bayern verpasst talenten-boom? irankunda-deal wirft fragen auf
München – Der FC Bayern hat erneut ein Talent im Sturmzentrum hervorgebracht, das nun woanders sein Glück sucht: Nestory Irankunda. Der australische Angreifer, der in München unter die Füsse gerollt ist, wechselte zum englischen Zweitligisten Watford, während der FC Bayern weiterhin am Strang zieht – mit einem cleveren Deal, der ihnen einen Teil des Gewinns bei einem späteren Transfer sichert. Doch der Fall Irankunda wirft ein unbequemes Licht auf die Talentförderung im Süden.

Ein deal mit augenmaß: bayern sichert sich 50 prozent der weiterverkaufsrechte
Die Geschichte ist komplex. Der FC Bayern entdeckte Irankunda bereits 2023 in Australien und lotste ihn für eine Ablösesumme von 750.000 Euro (plus mögliche Boni bis zu 3,4 Millionen) in seine Jugendakademie. Ein cleverer Schachzug, der sich nun auszahlen könnte. Der Transfer zu Watford brachte den Bayern drei Millionen Euro ein, doch der Verein behält einen beachtlichen Anteil: 50 Prozent der Einnahmen aus einem möglichen zukünftigen Transfer des jungen Stürmers. Das ist geschäftlich klug, wirft aber auch die Frage auf, ob der FC Bayern wirklich alles tut, um seine eigenen Talente zu halten.
Irankunda selbst war in München kein Glücksfall. Er spielte hauptsächlich in der Regionalligamannschaft und wurde im Winter an den Grasshopper Zürich ausgeliehen, um mehr Spielpraxis zu sammeln. Sein Wunsch, im Sommer zu wechseln, war verständlich: Er brauchte Einsatzzeit, um seine Chancen auf die Weltmeisterschaft zu wahren – eine Entscheidung, die sich letztlich als richtig erwies, als er mit seinem Tor gegen die Türkei für Aufsehen sorgte.
Die hohe Qualität des FC Bayern-Kaders macht es jungen Spielern schwer, sich durchzusetzen. Doch der Fall Irankunda ist nicht isoliert. Kenan Yildiz, der nun bei Juventus Turin spielt, ist ein weiteres Beispiel für ein Talent, das den Bayern entglitten ist. Es stellt sich die Frage, ob der Verein ausreichend Anstrengungen unternimmt, um seine vielversprechenden Nachwuchsspieler langfristig zu binden. Der Campus des FC Bayern ist zweifellos erstklassig, doch personelle Veränderungen im Management und bei den Trainern haben zu Unsicherheiten geführt.
Während der FC Bayern weiterhin auf die Philosophie setzt, nicht nur Stars zu kaufen, sondern auch eigene Spieler hervorzubringen – im Geiste von Lahm, Schweinsteiger und Müller – zeigt der aktuelle Fall, dass es noch Verbesserungspotenzial gibt. Der 18-jährige Lennart Karl, der das mit einer Verletzung verpasste WM-Turnier verpasste, ist ein Hoffnungsschimmer, aber die jüngsten Abgänge lassen Zweifel aufkommen.
Die Liste der Spieler, die den FC Bayern verlassen haben, ist lang: Paul Wanner ging zu Psv Eindhoven, Maurice Krattenmacher zu Elversberg, Ryan Gravenberch zu Liverpool und Joshua Zirkzee hat sich ebenfalls woanders durchgesetzt. Während Harry Kane im Angriff glänzt und die Fans begeistern kann, machen sich viele Bayern-Anhänger Sorgen um die Zukunft des Vereins. Die Frage ist, ob der FC Bayern in der Lage ist, seine Talente langfristig zu halten und nicht nur kurzfristig von ihnen zu profitieren.
Die Verpflichtung von Spielern wie Irankunda, Wanner und Gravenberch zeigt, dass der FC Bayern zwar talentierte Spieler anzieht, diese aber oft nicht in die erste Mannschaft integrieren kann. Die Konkurrenz ist einfach zu groß. Der FC Bayern muss sich fragen, ob die Rahmenbedingungen für junge Spieler optimal sind und ob sie ausreichend gefördert werden, um den Sprung in die Profimannschaft zu schaffen.
