Bayern siegt bei abschiedstour – euroleague-traum endgültig geplatzt

München feiert sich selbst, während hinten die Lichter der EuroLeague schon ausgehen. Die Bayern-Basketballer besiegen Lyon 93:83, doch parallel dazu zerplatzt auch die letzte Blase der Hoffnung auf die Play-ins. Es war ein Sieg ohne Mehrwert – außer für die eigene Eitelkeit.

Jessup führt, obst trifft – und trotzdem ist nichts mehr zu holen

Justinian Jessup traf dreimal von draußen, Andreas Obst kam vom Bench und schraubte sich auf 15 Punkte. Die Hall of Fame-Trophäe für Europas besten Sniper? Fehlanzeige. Die Bayern laufen seit Wochen auf der Stelle, und selbst ein 17-Punkte-Spiel von Jessup ändert nichts am Tabellenstau. Die Rechnung war simpel: Roter Stern muss verlieren, damit München noch ein Fünkchen Chance hat. Belgrad gewann aber in Vitoria, und damit war der Drops gelutscht.

Die Münchener haben 34 Partien absolviert, 14 Siege geholt – eine Quote, die in der BBL für Titel reicht, in der EuroLeague aber nur für Platz 17. Die Königsklasse verabschiedet sich mit einem schiefen Lächeln. Die Fans in der Audi Dome skandieren trotzdem „FC Bayern“ – sie wissen, dass der Klub in der Bundesliga noch eine echte Mission hat.

Pesic kann nur noch national trumpfen

Pesic kann nur noch national trumpfen

Svetislav Pesic, 75 Jahre alt, uralt im Geschäft, schaut nun nach Berlin statt nach Barcelona. In der BBL führt München souverän, die Playoffs starten Mitte Mai. Der Pokal ist weg, dafür ist der Meistertitel greifbar. Pesic wird rotieren, Altstars schonen, Talente testen. Die EuroLeague bleibt ein Lehrstuhl für knappe Niederlagen, für Last-Second-Heartbreakers in Kaunas und Madrid. Die Saison 26/27? Neue Akteure, neues Budget, neue Träume. Doch zuerst heißt es: Meister werden oder aussteigen.

93:83 gegen Lyon – ein Sieg, der nichts mehr wert ist. München verlässt die Bühne mit erhobenem Kopf, aber leeren Taschen. Die EuroLeague zieht weiter, ohne den deutschen Rekordmeister. Die Nacht endet mit Applaus und dem bitteren Geschmack von „Was wäre wenn“. Die Antwort lautet: nichts. Nichts ist mehr drin, außer der Bundesliga-Krone. Und die wollen die Bayern sich krallen – um zu beweisen, dass sie wenigstens da noch die Nase vorn haben.