Bayern nutzt heidenheim als testlauf für psg-krimi
Vincent Kompany hat die Zahlen im Kopf: 5:4 steht es aus Münchener Sicht nach dem ersten Akt gegen Paris. Am Samstag folgt der Aufgalopp, am Mittwoch der Knockout. Dazwischen liegt nur der Tabellenletzte.
Allianz arena wird zur probelocation
1. FC Heidenheim reist als Schatten der Liga an, doch der Gegner interessiert die Bayern nur am Rande. Kompany rotiert, gibt Routinierten wie Manuel Neuer und Harry Kane Luft, um Kroos- und Musiala-Generation zu schonen. Die Elf, die gegen Paris von Anpfiff an durchfeuern soll, bekommt heute Spielzeit. Die Tribüne wiederum probt schon einmal die Wallung, die am Mittwoch Europas Gäste erschüttern muss.
Die Rechnung der Gäste ist dennoch simpel: Nur ein Sieg hält den Abstieg auf Zeit auf. Trainer Frank Schmidt weiß, dass seine Mannschaft in dieser Saison vor allem eins war – unbequem. Die 24 Punkte resultieren aus zweikampfstarken 90 Minuten, nicht aus Talent. Gegen ein Bayern-Team, das nicht mit vollem Körpereinsatz, sondern mit Kopfballübungen und Positionswechseln arbeiten will, könnte das reichen, um die eigene Fans laut werden zu lassen.

Dazn überträgt das experiment
Anstoß ist um 15:30 Uhr im leuchtenden Aprillicht des Allianz. DAZN sendet live, Kommentator Wolff Fuss wird zwischen den Zeilen lesen müssen: Welche Automatismen proben Kompays Leute? Wer rückt ins Zentrum, wenn Kim Min-jae Pause bekommt? Und wie lange bleibt Jamal Musiala auf dem Rasen, bevor die Knöchel geschont werden?
Die Antworten liefern Hinweise auf die Startelf gegen Luis Enrique. Paris hat Mbappé, Dembélé, Barcola – Tempo, Tempo, Tempo. Die Bayern antworten womöglich mit einer Mischung aus Erfahrung und Frische: Upamecano als Lotse, Pavlović als Antizipationsmotor, sané als Schnittstelle. Heidenheim dient als Leinwand, auf der Kompany seine taktischen Skizzen für das Champions-League-Feuerwerk projiziert.
Für die Gäste bleibt die Sache trotzdem ernst. Bei einer Niederlage wäre die direkte Rückserie so gut wie gegraben, der Weg in die 2. Bundesliga nur noch Formsache. Die letzten fünf Spiele brächten maximal noch fünfzehn Punkte, der Rückstand auf Relegationsplatz 16 beträgte dann neun Zähler. Selbst die Mathematik des Fußballs hat hier kaum noch Luft.
Bayern wiederum kann sich mit einem lockeren Sieg die nötige Ruhe vor dem PSG-Krimi sichern. Drei Tage später geht es darum, die 5:4-Defizite aus Paris zu tilgen. Wer heute überzeugt, erhält das Ticket für den Mittwoch, wo das Stadion erneut kochen wird – dann aber ohne Testcharakter. Die Bundesliga ist längst entschieden, die Königsklasse wartet auf ihre Next-Level-Version der Münchner. Heidenheim ist nur die Übung vor der echten Prüfung.
