Bayern kassiert k.o. vor gericht: díaz-sperre bleibt, union wartet

Der FC Bayern ist mit dem Einspruch gegen die Sperre von Luis Díaz krachend gescheitert. Das DFB-Sportgericht wies das Ansinnen der Münchner am Sonntag als „unbegründet“ zurück – und lässt den Kolumbianer auch gegen Union Berlin auf der Tribüne.

Warum der einspruch scheiterte

Der Richter im Einzelverfahren, Stephan Oberholz, ließ kein Fünkchen Hoffnung: Die Gelb-Rote Karte vom Samstag in Leverkusen sei eine Tatsachenentscheidung, die nur bei „gravierender, offenkundiger und zweifelsfreier Fehlentscheidung“ korrigiert werden dürfe. Fehlalarm für die Bayern: „Das ist hier nicht der Fall“, sagte Oberholz knapp. Selbst das Geständnis von Schiedsrichter Christian Dingert, der sich nach dem 1:1 in Leverkusen selbst einen Fehler einräumte, half nicht. „Entscheidend ist, was auf dem Platz passiert ist – nicht, was die Bilder danach zeigen“, so der Richter.

Díaz war in der 84. Minute wegen eines vermeintlichen Fouls an Exequiel Palacios mit Gelb-Rot vom Platz gestellt worden. Dingert hatte Elfmeter gepfiffen, die Wiederholung zeigte: Der Kontakt war minimal, vielmehr suchte Díaz ihn selbst. Der Unparteiische räumte später ein: „Wenn ich die Bilder sehe, ist es kein Elfmeter. Gelb-Rot ist sehr hart.“ Für das Gericht zählte nur, dass Dingert den „späteren Treffer“ am Fuß des Bayern-Spielers erst nach dem Spiel in der Videoanalyse entdeckte. Vorher hatte der Schiedsrichter den Eindruck, Díaz habe das Bein hoch und spät eingesetzt.

Was das für den rest der saison bedeutet

Was das für den rest der saison bedeutet

Die Sperre kommt für den Tabellenführer zum ungünstigsten Zeitpunkt. Gegen Union fehlt nun der Top-Scorer, der in den letzten fünf Spielen vier Tore erzielt und drei vorbereitet hatte. Trainer Thomas Tuchel muss umbauen – wahrscheinlich rückt Mathys Tel in die Startelf, Serge Gnabry rutscht ins Zentrum. Die Verletztenliste ist ohnehin lang: Sane, Musiala und jetzt auch noch Díaz. Die Münchner müssen am Samstag punkten, um vor Borussia Dortmund und RB Leipzig die Nase zu behalten. Die nächste Woche entscheidet über die Meisterschaft.

Der Klub will die Entscheidung nicht vor das Bundesgericht bringen – das würde nur neue Energie kosten. Stattdessen heißt es intern: „Wir schlucken das und konzentrieren uns auf Union.“ Die Fans werden Díaz vermissen, die Gegner jubeln still. Denn wer jetzt den Bayern einen Gefallen tut, ist im Titelrennen automatisch ein Stück näher dran. Die Liga spielt weiter – nur ohne Luis Díaz am Samstag. Das ist hart, aber laut Gericht gerecht.