Bayern kassiert klatsche vor dfb-gericht – diaz muss zuschauen

Der FC Bayern München hat den Rechtsstreit um die Gelb-Rote Karte gegen Luis Díaz verloren. Der Dribbelkünstler muss gegen Mainz 05 zuschauen – und das, obwohl selbst Schiedsrichter Christian Dingert nach TV-Bildern einräumte: „Gelb-Rot ist sehr hart, das würde ich jetzt nicht mehr so geben.“

Die Begründung des DFB-Sportgerichts klingt wie ein Satz aus einem Lehrbuch für Zyniker: Eine Tatsachenentscheidung dürfe nur korrigiert werden, wenn sie „gravierend, offenkundig und ohne jeden Zweifel objektiv unrichtig“ sei. Das sei hier nicht gezeigt worden. Obwohl Dingert selbst zweifelt. Obwohl die Videobeweise ein Foul an Díaz zeigen. Obwohl Díaz nach dem Kontakt mit dem Leverkusener Torwart flog und nicht umgekehrt.

Warum der klub trotzdem leer ausging

Warum der klub trotzdem leer ausging

Stephan Oberholz, Vorsitzender des Sportgerichts, zitierte den Referee: „Spieler Díaz habe den Kontakt gesucht und gefunden.“ Eine Formulierung, die in der Umkleidekabine von Leverkusen für Schulterklopfen sorgen dürfte. Denn sie impliziert: Der Gefoulte ist selbst Schuld. Der Trick: Wer den Kontakt sucht, kann keine Schwalbe provozieren – und doch wurde genau das Díaz unterstellt.

Die Münchner Argumentation war simpel: Díaz wurde am Fuß getroffen, bevor er fiel. Das sieht man auf den Aufnahmen. Doch der DFB stellt die Chronologie hinten an. Entscheidend sei nur, was der Schiedsrichter in der Sekunde wahrnahm. Und da stand die These von der Schwalbe im Raum. Ein Betrugsvorwurf, der in der Nachspielzeit für einen Platzverweis reicht.

Bayern will die Entscheidung nicht kommentieren, intern brodelt es. Der Verlust von Díaz gegen Mainz kommt ungelegen – gerade jetzt, wo die Meisterschaft wieder offen ist. Die Frage ist nicht mehr, ob die Entscheidung richtig war, sondern wie lange der Klub sie noch hinnehmen wird. Denn der Präzedenzfall ist da: Wer zweifelt, verliert – selbst wenn der Schiedsrichter es anders sieht.