Bayern gerät in panik: pesic rastet aus – und rettet doch den sieg!
München bebte! Der FC Bayern München, angeschlagen und kurz vor dem Abgrund der vierten Pleite in Serie, kratzte sich gegen Chemnitz mit einem knappen 91:77-Erfolg in die Erfolgsspur. Doch der Preis dafür war hoch: Ein wütender Svetislav Pešić, der mal wieder bewies, dass sein Alter ihn keineswegs ruhiger macht.

Die defensive ein sieb, die nerven blank
Drei Niederlagen in der BBL hatten bereits für reichlich Fragezeichen gesorgt, doch die 93,5 Gegenzugpunkte im Schnitt ließen den Alarm schrillen. Und gegen Chemnitz deutete sich zu Beginn des Spiels erneut eine Katastrophe an. Die Gäste fanden immer wieder Wege durch die Bayern-Defensive, während das Offensivspiel stockte. Top-Scorer Andi Obst fehlte zudem, geschont für die wichtigen Aufgaben am Dienstag gegen Ludwigsburg und Freitag in Barcelona – wo die Bayern in der Euroleague ohnehin schon aussichtslos um den Einzug in die nächste Runde kämpfen.
Der Ausbruch des Trainers: Was dann geschah, war pure Pesic-Manier: Zuerst brüllte er Jo Voigtmann an, dann die Bank, schließlich auch die verletzten Spieler am Spielfeldrand. Der Höhepunkt: Er schleuderte seinen Taktikstift durch die halbe Halle! Einmal mehr bewies der Coach, dass er nicht nur für brillante Strategien, sondern auch für temperamentvolle Ausbrüche zu begeistern weiß.
Auch wenn der Ausraster wenig brachte, die Bayern fanden im weiteren Verlauf des Spiels besser in ihren Rhythmus. Oscar da Silva steigerte sich merklich und erzielte am Ende 15 Punkte. Die Führung wurde ausgebaut, und mit einem Vorsprung von zehn Punkten sieben Minuten vor dem Ende war der Sieg faktisch sicher. „Mit dem Alter wird man ruhiger“, hatte Pesic bei seiner Rückkehr zu den Bayern noch verkündet. Eine Behauptung, die in dieser Nacht Lügen widerlegte.
Die Bundesliga-Krise ist zwar noch nicht vollständig überwunden, doch der Sieg gegen Chemnitz gab den Bayern zumindest etwas Luft zum Atmen. Bleibt die Frage: Kann Pesic seine Mannschaft stabilisieren und doch noch eine ernstzunehmende Meisterschaftschance realisieren? Die kommenden Aufgaben gegen Ludwigsburg und in Barcelona werden dabei richtungsweisend sein. Die goldene Ananas in der Euroleague ist bereits außer Reichweite, der Pokal ebenso. Es bleibt die Meisterschaft – und die Hoffnung, dass der nächste Ausraster des Trainers die Bayern tatsächlich zum Erfolg führt.
