Bautista wirft das handtuch: „ich spiele mit jungs, die halb so alt sind wie ich“

Roberto Bautista hat sich selbst übertölpelt. Statt auf dem Center Court der Caja Mágica zu siegen, stand er dort am Mikrofon und erklärte, warum er mit 38 Jahren aufhört – und warum er trotzdem noch einmal auf die Tour zurückgekehrt war.

Die verletzung, die alles zerriss

Sechs Monate kein Match, sechs Monate Schmerz. „Danach sah ich keinen Ausweg mehr“, sagt der Castellonense mit dem leisen Tonfall, der ihn jahrelang auszeichnete. Die Hüfte hatte ihn ausgebremst, der Körper verraten. „Die Verletzung hat mir die Energie geraubt.“ Doch dann kam Indian Wells, kam Miami – zwei Turniere, in denen er plötzlich wieder laufen konnte wie früher. „Ich dachte: Wenn ich mich hier wohl fühle, ist das der richtige Moment, um Tschüss zu sagen.“

Also buchte er noch einmal Madrid, seine Lieblingsstadt auf Sand. Kein Sieg, aber eine Bühne. Vor den spanischen Journalisten rückte er die Zeitlupe seiner Karriere an: 2014, Halbfinale im Masters 1000, sein bisher größtes Solo. Später der Davis-Cup-Triumph – „das emotionalste Erlebnis überhaupt“. Dazwischen 11 ATP-Titel, nie in den Top Ten, aber immer in den Geschichten derer, die ihn schlugen.

Die konfrontation mit der next gen

Die konfrontation mit der next gen

Was ihm am meisten zusetzt, ist nicht die Schlaggeschwindigkeit, sondern die Lebensgeschwindigkeit. „Ich spiele mit Jungs, die ich an Jahren fast verdoppeln könnte“, wirft er ein und lacht schulterzuckend. Die neue Garde tritt mit 19, 20, 21 an – er selbst hatte sein Debüt, als deren Eltern noch zur Schule gingen. „Auf dem Court merke ich jede Stunde, die ich älter werde.“

Dennoch: Kein Jammern, kein Rückblick in Tränen. Bautista spricht wie ein Mann, der seinen Job erledigt hat und den Aktenkoffer zuklappt. Kein großes Finale, keine Abschiedstour, nur ein leiser Satz: „Ich gehe Schritt für Schritt, und wenn ich in den nächsten Wochen gut spiele, verlängert sich das Jahr vielleicht noch ein bisschen.“

Die Arena, in der einst Nadal und Djokovic jubelten, wird heute Abend wieder gefüllt sein – mit neuen Namen, neuen Geschichten. Roberto Bautista wird nicht mehr dabei sein. Aber er hat sich verabschiedet, ohne sich zu verstecken. Und das ist eine Leistung, die kein Scoreboard jemals anzeigen wird.