Baskonia erwacht im schlussquartal und besiegt girona 94:81

Das Buesa Arena erlebte am Sonntag ein Spiel mit zwei Gesichtern. Drei Viertel lang hielt Bàsquet Girona dagegen, kämpfte, störte und glaubte sogar kurzzeitig an die Überraschung. Dann kam das letzte Viertel. Und mit ihm die physische Wucht der Basken, die alles unter sich begrub. 94:81 für Kosner Baskonia – ein Ergebnis, das deutlicher klingt, als das Spiel über weite Strecken war.

Luwawu-cabarrot und spagnolo machen den unterschied

Tim Luwawu-Cabarrot beendete die Partie mit 24 Credits, Matteo Spagnolo mit 21. Zwei Männer, die in den entscheidenden Momenten einfach da waren, wenn Baskonia sie am dringendsten brauchte. Spagnolo zündete unmittelbar nach der Halbzeit den Turbo, Luwawu-Cabarrot vollendete das Werk mit einem Dunking plus Foul, der das letzte Viertel endgültig kippte. Dieser Moment war kein Zufall. Er war das Ergebnis eines Teams, das gelernt hat, Geduld als Waffe einzusetzen.

Girona dominiert die erste hälfte – und verliert trotzdem

Girona dominiert die erste hälfte – und verliert trotzdem

Wer die erste Hälfte sah, hätte kaum auf Baskonia getippt. Die Katalanen kamen mit Energie, Präzision und einem Martinas Geben, der in der Zone schlicht nicht zu stoppen war. 20 Punkte am Ende für den Litauer – beeindruckend, letztlich aber nicht genug. Girona führte nach dem ersten Viertel 21:23, hielt das Tempo hoch und zeigte mit einem 0:10-Lauf mitten im zweiten Viertel, dass dieses Team keine Statistenrolle akzeptiert. Zur Halbzeit lagen die Gäste noch knapp vorne: 43:44.

Aber Baskonia ist kein Team, das man über 40 Minuten dominiert. Das weiß die Liga. Das weiß Paolo Galbiati. Und das musste Moncho Fernández am Sonntag schmerzhaft lernen.

Das letzte viertel als brutale abrechnung

Das letzte viertel als brutale abrechnung

Was dann passierte, war kein Basketballspiel mehr. Es war eine Abrechnung. Nikola Maric flog in der 33. Minute mit fünf Fouls vom Feld, Geben folgte zwei Minuten später mit seiner vierten persönlichen Strafe auf die Bank. Girona stand plötzlich ohne seine großen Männer da. Baskonia spürte das sofort. Was folgte, war ein 17:2-Lauf, der das Spiel in weniger als sieben Minuten entschied. Vier Punkte in sieben Minuten für die Katalanen – das ist kein Einbruch, das ist ein Kollaps.

Die Freiwurflinie wurde für Baskonia zur Hinrichtungsstätte: kein Fehler, keine Gnade. Girona hatte keine Antwort mehr, weder taktisch noch physisch. Das Buesa Arena mit seinen 7.341 Zuschauern genoss jeden Moment davon.

Debüts und ein ausblick auf die tabelle

Debüts und ein ausblick auf die tabelle

Der Sieg hatte auch eine Randnotiz, die bei Baskonia-Fans für Vorfreude sorgte: Die Nachwuchsspieler Mate Khatiashvili und Juom Maker Bol feierten ihr Debüt im Wettbewerb. Kleine Schritte, aber bewusste Signale eines Vereins, der langfristig denkt.

Mit diesem Erfolg meldet sich Baskonia ernsthaft im Kampf um die Spitzenplätze der Liga Endesazurück. Drei Viertel Zittern, ein Viertel Dominanz – manchmal reicht das vollkommen aus.