Basel raus, biel rein: aeschbach und schläpfer nutzen die nl-zweit-chance
Kurz nach dem Viertelfinal-Aus mit dem EHC Basel packten Cedric Aeschbach und Elvis Schläpfer schon die nächsten Koffer. Statt Ferien gibt es für die beiden 23-Jährigen ein Turbo-Endspurtprogramm in der National League – und das ausgerechnet beim erklärten Lieblingsfeind der Fans.
Die seeländer ziehen die notbremse
Biel liegt nach der 1:4-Pleite gegen Lausanne mit dem Rücken zur Wand. Die Play-in-Gegner vom SC Bern warten bereits. Manager Martin Steinegger musste handeln – und griff in die zweitklassige Trickkiste. Mit Aeschbach holt er einen Power-Forward, der in 45 Swiss-League-Partien 21 Mal traf und 34 Punkte sammelte. „Er kennt die kleinen Räume, spielt mit Tempo und bringt die nötige Härte mit“, sagt Steinegger. Genau das, was Biel gegen Berns Top-Defensive braucht.
Doch der Deal hat einen Haken: Aeschbachs Vertrag läuft nur bis zum Saisonende. Keine Option, keine Verlängerungsklausel – reines Kurzzeit-Feuer. Ein Pokal- oder gar Finalticket würde die Seeländer teuer werden lassen, denn pro Play-off-Runde springt eine Prämie. Die Frage ist also: Wie weit will Biel gehen, bevor die Kasse wieder dichtgemacht wird?

Elvis rockt den kanton jura
Während Aeschbach in der Hauptstadt des Seelandes landet, schlüpft Elvis Schläpfer ins schwarz-gelbe Ajoie-Trikot. Der Waadtländer Klub schwimmt auf der Abstiegswelle – nur zwei Punkte Vorsprung auf den direkten Drop-Platz. Trainer Kevin Schräpel setzt auf die Schnelligkeit des rechten Flügels, der in Basel bereits 38 Scorerpunkte verbuchte. „Er bringt uns die nötige Durchschlagskraft auf den Außenbahnen“, sagt Schräpel. Die Devise lautet: Sieben Endspiele, sieben Finals – und dann hoffentlich Relegation statt Delle.
Die Statistik spricht für Schläpfer: In seinen letzten zehn Swiss-League-Einsätzen kam er auf satte neun Vorlagen. Wenn er diese Quote in die NL mitnimmt, dürfte Ajoie die Kurve kriegen. Die Frage ist nur, wie lange der Körper mitspielt – denn in den vergangenen zwei Monaten fehlte er zweimal wegen Rippenproblemen.

Visp und la chaux-de-fonds als einzige aufstiegs-kandidaten
Während die Basler Top-Stars bereits in der höchsten Liga weitermachen, kämpfen in der Swiss League noch vier Teams um den Titel – mit halbem Aufstiegs-Asterisk. Nur der Playoff-Sieger darf sich für die Barrage gegen das letzte NL-Schlusslicht melden. Doch Visp und La Chaux-de-Fonds haben das Privileg, dass ihre Hallen die Lizenz-Bestimmungen erfüllen. Sierre und Olten müssten vorher investieren – ein Kostenfaktor von rund 1,5 Millionen Franken. Daher lautet das offene Geheimnis: Finalgegner gesucht, bitte mit Arena-Zertifikat.
Für den EHC Basel ist die Saison trotzdem nicht ganz gelaufen. Die jungen Wilden um Hattrick-Helden Fabian Kessler haben sich für die Team der Wahl-Woche qualifiziert – ein kleiner Trost, der zumindest die Website-Klicks in die Höhe schießen lässt. Wenn schon kein Titel, dann wenigstens virale Highlights.
Am Ende zählt nur eins: Die Swiss League liefert das Sprungbrett, die National League den Druck. Aeschbach und Schläpfer haben den Stoff, um beides zu überstehen. Ob sie den Karriere-Knacks oder nur ein Kurzzeit-Gastspiel liefern, entscheidet sich in den nächsten drei Wochen – dann ist die Eiszeit vorbei.
