Basel jagt hitz-ersatz: omlin-deal liegt auf dem tisch

Der FC Basel steht ohne Torhüter da. Marwin Hitz zieht nach 18 Monaten die Reißleine, Sportchef Daniel Stucki muss binnen Wochen eine neue Nummer 1 präsentieren – sonst droht der nächste Meistertraum zu platzen.

Warum omlin wieder im gespräch ist

Jonas Omlin, 32, kennt die St. Jakob-Park-Atmosphäre. Zwischen 2018 und 2020 machte er 69 Einsätze für die Bebbi, damals schon mit der Handschrift eines Keepers, der hinten raus mehr ruft als bloß „Abstoß“. Jetzt sitzt er in Leverkusen auf der Ersatzbank, sein Vertrag in Gladbach läuft bis 2027. Die Zahlen sind eindeutig: 2 Liga-Einsätze in dieser Saison, Marktwert laut Transfermarkt 3,5 Millionen Euro – ein Schnäppchen im Vergleich zu den 8 Mio., die Basel 2020 kassierten.

Stucki bestätigt gegenüber SRF: „Wir sind an mehreren Namen dran, darunter auch Jonas Omlin.“ Mehr darf er nicht sagen, weil Bayer Leverkusen ein Kaufoptionsfenster bis 30. Juni besitzt. Verpasst der deutsche Club die Deadline, darf Basel verhandeln – und spart sich die Leihgebühr.

Sommer bleibt traum, stucki rechnet real

Sommer bleibt traum, stucki rechnet real

Yann Sommer dagegen ist ein romantischer Gedanke. 37 Jahre alt, Stammtorhüter bei Inter, auf dem Weg zur zweiten italienischen Meisterserie. „Er wäre der perfekte Mann“, sagt Stucki, „aber er ist noch voll im Saft und hat andere Optionen.“ Die Indizien sprechen gegen ein Basler Comeback: Sommers Gehalt bei Inter liegt bei 4,5 Mio. Euro netto, Inter verlängert seine Vertragsoption automatisch bei 30 Spielen – er steht bei 28.

Basel braucht nicht nur einen Schlussmann, sondern eine Führungsfigur. Hitz war mehr als Keeper: Co-Kapitän, Elfmeterstopper, Kommunikationschef im Strafraum. Ohne diese Stimme verlor die Defensive in der Rückrunde neun Punkte nach Standards – das war der Unterschied zum FC Zürich.

Die Uhr tickt. Am 15. Juli startet das Trainingslager in Graz, am 27. Juli Pokal in Wil. Wer da noch keine Nummer 1 trägt, kann die Meisterschaft nicht gewinnen. Stucki hat noch sechs Kandidaten auf der Liste, intern nennen sie das Projekt „Hitz 2.0“. Einer der Kandidaten ist laut Insidern auch Dejan Stojanović, 33, zuletzt in Lugano glänzend, Vertrag ausgelaufen.

Die Fans diskutieren auf Twitter mit Hashtag #TorhüterBingo. Die meisten setzen auf Omlin – nicht aus Liebe, sondern aus Sachzwang. Basel hatte in den letzten zehn Jahren fünf verschiedene Keeper als Nummer 1, nur zweimal wurde Meister. Kontinuität ist kein Luxus, sondern Bedingung.

Am Freitag trifft sich Stucki mit Omlins Berater in Zürich. Geht die Leihe über die Bühne, winkt dem Schweizer eine Stammplatzgarantie und der FCB eine Rückkehr in die internationalen Plätze. Scheitert die Verhandlung, wird Basel wieder nachrüsten müssen – und die Konkurrenz schläft nicht.