Barock volleys schlagen friedrichshafen: jetzt droht dem titel-favoriten das aus

Die Barock Volleys MTV Ludwigsburg haben dem 13-maligen Meister VfB Friedrichshafen einen K.O.-Schlag versetzt. Mit 3:1 verwandelten die Aufsteiger die Rundsporthalle in einen Kessel, der selbst das erfahrene Team von Trainer Adam Swaczyna aus der Bahn warf. Die Serie steht 1:1, und plötzlich ist der Zwerg nur noch einen Satz vom Märchen entfernt.

Jan huber und der tag, an dem die blöcke brannten

Mittelblocker Jan Huber wurde zum MVP gekürt, doch die Ehre hätte ebenso Nyherowo „Hero“ Omene zustehen können. 26 Punkte schraubte der Diagonalangreifer auf das Zählwerk, während Friedrichshafens Annahme unter dem veränderten Aufschlagdruck der Ludwigsburger zerbröselte. „Wir haben sie nie richtig ins Spiel kommen lassen“, sagte Huber nach dem Abpfiff, noch sichtlich mitgenommen vom Lärmpegel der 1.300 Fans, die jeden Punkt mit Gänsehaut-Stille und dann mit ohrenbetäubendem Brüllen quittierten.

Die Zahlen sind eindeutig: 13 Aufschlag-Asse für Ludwigsburg, nur vier für den haushohen Favoriten. Besonders bitter für Swaczyna: Seine Mannschaft kam nur auf 42 % positive Annahme – ein Wert, der normalerweise zur Mittelmäßigkeit reicht. „Kleinigkeiten“, wie er es nannte, summierten sich zu einem Riesenproblem. Jetzt muss Friedrichshafen am Mittwoch um 19 Uhr in der eigenen Arena liefern, sonst endet die Saison vorzeitig.

Der bodensee wird zur falle

Der bodensee wird zur falle

Ludwigsburgs Trainer Hasse Mattilla verspricht, mit derselben Mischung aus Leichtigkeit und Aggressivität an den Bodensee zu reisen: „Punkt für Punkt spielen und Spaß haben.“ Klingt simpel, ist aber genau das Rezept, das die Barock Volleys seit Wochen erfolgreich macht. Die Statistik spricht für Friedrichshafen – kein Aufsteiger hat seit 2018 eine Play-off-Serie gegen die Häfler gewonnen. Aber Statistiken gelten nur, bis jemand sie in Stücke schlägt.

Für die Friedrichshafener Fans ist die Lage klar: Ein Heimspiel, das zur Pflicht wird. Wer am Mittwoch die Arena betritt, wird erleben, wie ein ganzes Volleyball-Jahr über einen einzigen Abend entschieden wird. Der Sieger trifft am Samstag auf Rekordchampion Berlin Volleys – und plötzlich ist der Weg zum Titel wieder weit offen. Für Ludwigsburg winkt das Halbfinale, für Friedrichshafen droht das Debakel. Die Sensation liegt in der Luft – und sie riecht nach Schweiß, Kreide und einer Prise Geschichte.