Barcelona und atlético liefern sich im camp nou den fünften schlagabtausch dieser saison

Das Champions-League-Viertelfinale beginnt mit einem Déjà-vu: Bereits zum fünften Mal in dieser Spielzeit treffen Barcelona und Atlético Madrid aufeinander. Am Mittwoch, 8. April, 21.00 Uhr, rollt im Spotify Camp Nou der Ball für das Hinspiel – und die Luft ist dick wie vor einem Sommergewitter.

Simeone und flick kennen sich inzwischen besser als ihre ehepartner

Nur vier Tage nach dem 1:1 im Metropolitano stehen sich dieselben Gesichter wieder gegenüber. Die Spieler müssen sich nicht mehr anstimmen, sie wissen, wer wann welche Grätsche fliegt. Die Statistik spricht Bände: Vier Duelle, zwei Siege Barças, ein Remis, ein Erfolg der Rojiblancos – und jede Partie mit mindestens einem Platzverweis oder einer VAR-Debatte. Das 3:3 im Copa-del-Rey-Viertelfinale war ein Slapstick in 90 Minuten.

Die Frage lautet nicht mehr: „Wer tritt an?“ Die Frage lautet: „Wer tritt zu?“ Denn beide Teams haben ihre DNA offengelegt. Barcelona will den Ball, Atlético will die Seele. Flicks Mannen laufen nach Balleroberung sofort die vertikale Achse an, während Simeones Sechserkette den Halbraum zuklebt wie ein Kühlschrank die Lichtkeule. Die Zahl 5,83 – so viele Pässe benötigen die Katalanen im Mittelfeld durchschnittlich, bevor der erste Vertikalsprint folgt. Atlético braucht nur 2,7, weil es direkt aufs Bein spielt.

Barça fegt newcastle weg, atlético zittert gegen tottenham

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Der Rückenwind kommt unterschiedlich. Barcelona schoss die Engländer im Achtelfinal-Rückspiel mit 7:2 aus dem Stadion – ein Ergebnis, das sogar die alten Cruyff-Enkel auf die Sitzbank fallen ließ. Lewandowski traf doppelt, Lamine Yamal legte zwei Vorlagen auf, und ter Stegen konnte sich in der zweiten Halbzeit eine Kaffeetasse gönnen.

Atlético dagegen reiste mit einer 5:2-Führung nach London und kassierte dort einen 2:3-Knockout. Die letzten zehn Minuten im Tottenham Hotspur Stadium roch nach Benzinkanister. Simeone kaute seine Jacke kaputt, Griezmann verlor zweimal die Übersicht im Strafraum – und dennoch: Die Quali ging über die Zeit, weil Jan Oblak mit einer Hand noch einen Son-Schuss um den Pfosten lenkte. Die xG-Bilanz der beiden Spurs-Partien: 4,9 für Tottenham, 4,8 für Atlético – so knapp ist das Leben im Achtelfinale.

Die personelle Lage könnte das Zünglein an der Waage sein. Pedri trainierte Montag noch individuell, sein Adduktorenproblem ist ein alter Bekannter. Auf der Gegenseite bangt Simeone um José María Giménez: Der Uruguayer fehlte am Wochenende, und ohne ihn bröckelt die Rückwärtsbewegung. In 832 Minuten mit Giménez kassierte Atlético nur vier Gegentore – in 718 Minuten ohne ihn bereits neun.

21.00 Uhr, movistar, radio marca – und ein stadion, das brüllt

21.00 Uhr, movistar, radio marca – und ein stadion, das brüllt

Wer nicht im Camp Nou sitzt, findet das Spiel auf Movistar LaLiga. Radio MARCA liefert das soundtrack-artige Geraune, und auf MARCA.com tickert die Redaktion jeden VAR-Blick. Die Vorberichterstattung beginnt 19.00 Uhr, die Nachbereitung endet, wenn der letzte Spieler die Mixed Zone verlassen hat – oder wenn Piqué wieder einmal live interveniert.

Für Barcelona wäre ein Halbfinale gegen Paris oder Arsenal der nächste Schritt Richtung Wembley. Für Atlético wäre es das duelle-übergreifende Signal: Nach zwei Finalniederlagen endlich der Deckel auf dem Pokal. Die Wettquoten sehen die Katalanen leicht vorn (2,10 gegen 3,40), aber die Buchmacher rechnen nicht mit Simeones Trickkiste. Die enthält diesmal vielleicht sogar einen frühen Pressing-Trupp – ein Schachzug, den er in der Liga nie zeigte.

Kurz vor Mitternacht wird eines klar sein: Entweder Barcelona nimmt eine Führung mit ins Wanda Metropolitano – oder Atlético schleppt wieder einen Auswärtstreffer in die eigene Hölle. Die Saisonserie liegt bei 3:2 für Barça, aber die Champions League schreibt ihre eigenen Gesetze. Und die lauten: Wer zuerst schläft, träumt nicht lange.